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FRANKFURT - Die kommenden Tage stehen ganz im Zeichen der UN-Klimakonferenz im schottischen Glasgow.

02.11.2021 - 08:33:26

HINTERGRUND: Klimagipfel lenkt Blick auf Großbaustelle Nachhaltigkeitsfonds. Auf Einladung der Vereinten Nationen debattieren rund 200 Staaten zwei Wochen lang, wie die Erderhitzung auf ein noch erträgliches Maß eingedämmt werden kann. Das Thema bewegt auch immer mehr Anleger an den Aktienbörsen, die ihren Beitrag leisten oder schlicht vom Trend hin zu Öko-Investments profitieren wollen. Nachhaltige Finanzprodukte schießen wie Pilze aus dem Boden, gleichzeitig mehren sich aber auch die kritischen Stimmen.

ein Branchenriese laut Medienberichten in den Fokus der Aufsichtsbehörden. Der Verdacht: Die Angaben zu den Nachhaltigkeitskriterien beim Asset Management könnten zu hoch angesetzt gewesen sein. Die Tochter der Deutschen Bank wies die entsprechenden Anschuldigungen Ende August "entschieden" zurück, lässt sie nun aber offenbar durch eine Anwaltskanzlei intern überprüfen.

Zu einem ernüchternden Fazit in puncto Wirksamkeit von Nachhaltigkeitsfonds kommt indes die Studie von Influencemap. Zu ungenau sei die Definition von Nachhaltigkeit und zu gering die Verbreitung entsprechender Standards. Daher investiere mehr als die Hälfte der untersuchten Aktienfonds mit Klimabezug mehrheitlich in Unternehmen, deren Produktion nicht mit den Pariser Klimaschutzzielen übereinstimmten. Insofern sei es für Anleger nach wie vor schwierig zu beurteilen, was die Fondsbeschreibungen in der Praxis bedeuten.

Die deutsche Finanzaufsicht (Bafin) will nun mit strengeren Regeln gegensteuern. Ihr reicht es nicht aus, dass die Europäische Union seit März von Anbietern verlangt, ihre Fonds im Rahmen eines einheitlichen Verfahrens - einer sogenannte Taxonomie - in Nachhaltigkeitskategorien einzuordnen. Stattdessen fordert sie, Nachhaltigkeit müsse sich auch darin widerspiegeln, unter welchen Bedingungen das Geld investiert wird. Sei es via Mindestinvestitionsquoten, Höchstgrenzen, einer bestimmten Anlagestrategie oder der Nachbildung eines entsprechenden Index.

Das hat die deutsche Fondsbranche denn auch ein Stück weit aufgeschreckt, die einen nationalen Alleingang zu Lasten der internationalen Wettbewerbsfähigkeit fürchtet. Für den Experten Gerrit Dubois vom Vermögensverwalter Degroof Petercam Asset Management ist allerdings klar: "Sowohl die Unternehmen als auch die Finanzindustrie müssen für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit sorgen, um Investitionen in glaubwürdige grüne Aktivitäten zu lenken."

Dabei wirft Dubois auch die Frage auf, "ob die soziale Seite nicht auf der Strecke bleibt". Die Umwelttaxonomie enthalte bislang nur "soziale Schutzmaßnahmen" in Verbindung mit den wirtschaftlichen Aktivitäten. So arbeite die Europäische Kommission erst noch an einer eigenen Sozialtaxonomie, die auf internationalen Normen, Verträgen und Zielen wie der UN-Menschenrechtserklärung und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung basiere./la/bek/mis/

Von Lutz Alexander, dpa-AFX

@ dpa.de

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