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mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, DE0006656101

mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, DE0006656101

08.09.2021 - 10:02:54

mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG Kapitalmarkt-Standpunkt: In die Falle getappt...

Kapitalmarkt-Standpunkt von Kai Jordan, Vorstand der mwb Wertpapierhandelsbank AG

nun haben wir uns an dieser Stelle schon l?nger nicht mehr mit dem Thema Zinsen besch?ftigt doch kocht das Thema seit 2 Wochen wieder hoch. Die durch Basiseffekte hochgepimpte Inflationsrate ruft die Falken in der EZB auf den Plan und diese Vertreter einer Geldpolitik im Sinne des alten Bundesbank-Kurses rufen dringend nach einer restriktiveren Geldpolitik und vor allem dem Ausstieg aus dem Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP), das nach zwei Aufstockungen und Verl?ngerungen aktuell ein Volumen von 1,85 Bill. Euro hat und bis mindestens M?rz 2022 laufen sollte. Auch in den USA wurde auf ein Herunterfahren der billionenschweren Anleihek?ufe ("Tapering") diskutiert.

Ist dies nun ein realistisches Szenario oder nur ein regelm??ig wiederkehrendes Schreckgespenst der sogenannten geldpolitischen "Falken" in den Gremien und damit "H?hnererschrecker" der die Marktteilnehmer wiederkehrend in panisches Gackern und Flattern versetzt. Denn eine nachhaltige Reduktion der Liquidit?t in Verbindung mit ansteigenden Zinsen w?rde sofort die Preise s?mtlicher Assetklassen in Frage stellen und h?tte dann mittelfristig deutliche Auswirkungen auf die Konjunkturen. ?ber die dramatischen Folgen f?r die Staatshaushalte dies- und jenseits des Atlantiks haben wir ebenfalls schon geschrieben. Hierauf verweisen auch die "Tauben" im EZB-Rat, die eher f?r eine laxere Haltung bekannt sind. Man kann vermuten, dass die derzeitige Kakophonie der Falken und Tauben in den Medien durchaus gewollt ist, um die M?rkte ein wenig zu verunsichern und spekulative "Luft herauszulassen" ohne tats?chlich Ma?nahmen zu ergreifen. Verbale Geldpolitik!

Es ist nun nicht so, dass wir keine Freunde der ja ausschlie?lich auf Geldwertstabilit?t ausgerichteten ehemaligen Bundesbankpolitik waren oder sind. Nur gibt es diese Welt in der Realit?t nicht mehr. Sie lebt nur noch in den K?pfen der Falken bei den Zentralbanken. Es ist sicher nicht Aufgabe der Zentralbanken die negativen sozialen Folgen der durch die lockere Geldpolitik ausgel?sten "Asset-Inflation". Denn die B?rger die bereits Assets besessen haben, konnten an der Aufw?rtsbewegung partizipieren und der Rest schaut einfach nur noch hinterher. Die Folgen davon zeigen sich mittelfristig an den Wahlurnen und so kann auch nur die Politik das Problem l?sen. Auch ist es nicht Aufgabe der Notenbank, sich um Staatsfinanzierung zu k?mmern. Da die EZB aber einmal damit angefangen hat, kommt sie nun aus dem Dilemma nicht wieder heraus. Insgesamt sind die f?hrenden Notenbanken dieser Welt einen Weg gegangen, aus dem es eine wirkliche Umkehr ohne drastische Friktionen an der einen oder anderen Ecke nicht mehr gibt. Man nennt sowas dann auch Entzugserscheinungen. Und damit ist eine Politik im Sinne des alleinigen Zieles Geldwertstabilit?t ohne Entzug nicht mehr zu erreichen. Aus heutiger Sicht wird das nicht stattfinden.

Zun?chst mal entspannt sich nun im Vorfeld der angebliche so richtungsweisenden EZB Sitzung am Donnerstag das volkswirtschaftliche Umfeld. Denn in China verdichten sich die Anzeichen f?r einen deutlichen Verlust der konjunkturellen Dynamik. Der postpandemische Erholungsprozess der weltweit zweitgr??ten Volkswirtschaft ger?t ins Stocken. So fiel der "Purchasing Manager Index" (PMI) von 50,4 auf 50,1 Punkte. Das sieht zwar auf den ersten Blick nicht dramatisch aus, aber er steht damit nur noch hauchd?nn ?ber der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten, mit der zwischen einer wachsenden Wirtschaft und Rezession unterschieden wird. Die Gr?nde liegen vor allem bei den Einschr?nkungen durch die Deltavariante, Erzeugerpreisen und den globalen Lieferengp?ssen.

Auch in den USA bekam die Diskussion der Falken "eins auf die M?tze". Die Erholung am US-Arbeitsmarkt hat deutlich an Schwung verloren. So erwarteten alle "Experten" die August "Non-Farm-Payrolls", also den Anstieg der Arbeitspl?tze ohne Landwirtschaft bei 700.000 neuen Stellen. Herausgekommen sind lediglich 374.000 neue Jobs. Dies d?rfte Notenbankchef Jerome Powell darin best?tigen, dass es noch lange nicht Zeit f?rs "Tapering" ist. Dies schreiben auch Kommentatoren, die vor einer Woche noch wild durch den H?hnerstall geflattert sind. Dem f?r Freitag erwarteten Bericht des Bureau of Labor Statistics (BLS) des Arbeitsministeriums wird nun sowohl im Camp der Falken als auch bei den Tauben mit Spannung erwartet. Aber auch in Deutschland und Europa werden die B?ume nicht in den Himmel wachsen. Lieferengp?sse und Fachkr?ftemangel allerorten. Das Ganze flankiert durch das wiederholte Versagen der Politik die Impfkampagne erfolgreich zu Ende zu f?hren. Dass alle nur im Wahlkampf sind, haben wir ja bereits mehrfach beklagt. Aber leider war das Land nicht mal in der Lage, die Anzahl der Durchgeimpften sicher zu ermitteln. Und es herrscht eine chaotische Zahlenlage bei den Inzidenzen. Klar ist nur eines: die Inzidenzen bei den Durchgeimpften sind extrem niedrig im Bereich um 20 plus, w?hrend die der Ungeimpften eher im Bereich von 150-250 liegt. Jedes Bundesland macht hier wieder irgendwas. Mehr als 90 % der Intensivpatienten mit Corona sind nun Impfverweigerer. Diese Menschen brechen den kategorischen Imperativ zumeist aus vollkommen haneb?chenen Motiven und werden gerade in der Jahreszeit nach der Bundestagswahl f?r eine neue Explosion der Probleme sorgen.

Gleichzeitig steht Deutschland m?glicherweise vor sehr langen Koalitionsverhandlungen und die bereits derzeit manifestierte (Handlungs-) Unf?higkeit der Politik wird eine Zeit lang weiter Bestand haben. Wir sehen den Offenbarungseid bereits jetzt wieder in der Diskussion ?ber Informationsrechte der Arbeitgeber bzgl. der Impfstatus ihrer Angestellten. Ist dies der Stoff, aus dem sich weitere positive konjunkturelle Impulse ergeben. Eher nicht.

So sagte Notenbank-Direktorin Isabel Schnabel vor ein paar Tagen, die EZB habe mittelfristig vor allem die Gefahr einer zu geringen Inflation im Blick. "So ?berraschend das f?r manchen klingen mag: Wir sorgen uns eher darum, dass die Inflationsrate auf mittlere Sicht zu niedrig ausf?llt statt zu hoch", sagte Schnabel gegen?ber einem Nachrichtenmagazin. Aber selbst wenn sich die Erholungen weiter best?tigen, was wir ja vorstehend bezweifeln: "eine drastische Versteifung bei der Geldpolitik wird es nicht geben (k?nnen). Die niedrigen Zinsen sind gekommen, um zu bleiben. Die Inflation dann m?glicherweise auch. Aus dieser Falle kommen die Zentralbanken nur noch durch ein Wunder heraus. Sie sind ebenso alternativlos wie sehenden Auges in die Falle getappt.Zu mwb: Die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG ist ein von der Bundesanstalt f?r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassener Wertpapierdienstleister mit Niederlassungen in Gr?felfing bei M?nchen, Hamburg, Hannover, Frankfurt und Berlin. Das Unternehmen wurde 1993 gegr?ndet. 1999 erfolgte der B?rsengang. Heute ist die mwb-Aktie (ISIN DE0006656101, WKN 6656101) an der B?rse M?nchen im Segment m:access notiert wie auch im Freiverkehr an den B?rsen Berlin, D?sseldorf, Frankfurt (Basic Board), Hamburg und Stuttgart. mwb ist in zwei Gesch?ftsbereichen aktiv: Wertpapierhandel und Corporates & Markets. Im Wertpapierhandel betreut mwb rund 38.000 Orderb?cher f?r deutsche und internationale Wertpapiere. Dabei handelt es sich sowohl um Aktien als auch um festverzinsliche Wertpapiere und offene Investmentfonds. Damit ist mwb einer der gr??ten Skontrof?hrer in Deutschland.

Kontakt und weitere Informationen:

mwb Wertpapierhandelsbank AG Kai Jordan Kleine Johannisstrasse 4 D-20457 Hamburg Tel: +49 40-360995-20 E-Mail: kjordan@mwbfairtrade.com

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