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07.08.2019 - 17:14:15

African Energy Chamber: Aufschwung im senegalesischen Energiesektor

Aufschwung im senegalesischen Energiesektor

Es besteht die Chance auf ein senegalesisches Wirtschaftswachstum, aber es bleibt noch viel zu tun, um den Gefahren eines Fluchs zu entgehen

6. August 2019 - von Sebastian Wagner, CEO, DMWA Resources

Nach einem jahrzehntelangen Kampf gegen ein mangelhaftes System zur Stromerzeugung steht Senegal jetzt vor einem Paradigmenwechsel, der viele seiner Probleme beheben könnte. Da die Regierung in den letzten Jahren auf neue Stromerzeugungsanlagen gesetzt hat, sind Stromausfälle deutlich zurückgegangen, die Zuverlässigkeit des Systems hat sich verbessert und damit auch die Möglichkeiten für ein Wirtschaftswachstum. Zugegeben, viele Menschen leben immer noch ohne Zugang zum Stromnetz. Im Durchschnitt sind 4 von 10 Personen nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen. Am schlimmsten ist die Situation außerhalb der wichtigsten städtischen Zentren, wo 60% der Bevölkerung weiterhin nicht über einen Anschluss verfügen, aber die Chance zur Verbesserung dieser Situation war niemals besser.

Bei einer Produktionskapazität von etwas weniger als 1 Gigawatt für eine wachsende Bevölkerung von 15 Millionen Menschen, sind Investitionen in den Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten von höchster Bedeutung, wenn Senegal seinen Binnenmarkt entwickeln und seinen Bürgern die Chance auf einen höheren Lebensstandard bieten möchte. Jedoch ist Nachhaltigkeit bei den Entscheidungen genauso wichtig wie der strategische Bedarf. Die importierten Rohstoffe wie Schweröle und Kohle, die für die Erzeugung des Großteils der Energie des Landes eingesetzt werden, stellen eine erhebliche Belastung für die Staatskasse dar. 2016 kostete der Import von raffinierten und Rohölen den senegalesischen Staat mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar.

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Nachhaltige Energie

Die Alternativen dazu liegen auf der Hand. Senegal ist mit vielen Stunden starker Sonneneinstrahlung und Windströmung gesegnet. Die Möglichkeiten müssen nur genutzt werden. Das französische Energieunternehmen ENGIE und die Investmentgesellschaft Meridiam haben im April eine Ausschreibung für einen Solarpark mit einer Kapazität von 60 MW gewonnen. Dies baut auf den früheren Projekten des Landes zur Erzeugung erneuerbarer Energie auf, die jetzt eine Kapazität von 80 MW haben. Da der Preis der Sonnen- und Windenergietechnologie abnimmt, sind diese Technologien in den letzten Jahren immer attraktiver geworden, was sich auch positiv auf die Kosten pro MW für den Verbraucher auswirkt. Der Solarpark von ENGIE wird etwa 40% weniger als die früheren Solarprojekte in Senegal kosten. Weitere 158 MW durch Windenenergie sind zur Entwicklung durch das Energieunternehmen Lekela Power in Taiba N'Diaye geplant. Diese Entwicklungen sind auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurückzuführen. Senegal guter Ruf hinsichtlich der Stabilität und das positive Geschäftsumfeld haben die westafrikanische Nation in den letzten Jahren besonders attraktiv für ausländische Investoren gemacht. Investitionen kamen nicht nur von den traditionellen Partnern des Landes im Westen, insbesondere Frankreich, sondern auch aus dem Osten, wobei die Türkei, China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Südkorea und Indien Investitionen in beträchtlicher Höhe im Land getätigt haben. Zum wachsenden Interesse von privaten Investoren gesellt sich auch die Unterstützung durch das Power Africa-Programm unter Führung der USA, die Overseas Private Investment Corporation (OPIC) oder die Internationale Finanz-Corporation (IFC), die der Weltbankgruppe angehört. Diese Organisationen haben dazu beigetragen, zahlreiche Projekte zur Stromerzeugung auf dem ganzen Kontinent zu unterstützen. In Partnerschaft mit der senegalesischen Regierung, insbesondere durch das von der IFC ins Leben gerufene Scaling-Solar-Förderprogramm, werden diese Projekte, einschließlich des neuen 60 MW-Solarparkprojekts, für das ENGIE und Meridiam den Zuschlag erhielten, nach und nach umgesetzt und entlasten das überbeanspruchte Stromnetz. Seit 2016, als das erste Sonnenenergieprojekt in Senegal gestartet wurde, verlief die Entwicklung bei Projekten mit erneuerbarer Energie in rasantem Tempo. Wenn alles nach Plan verläuft, wird 2020 eine installierte Leistung von fast einem halben Gigawatt zur Verfügung stehen. Dies würde weltweit eine der schnellsten Steigerungen beim Verhältnis von erneuerbarer zu fossiler Energie bei der Stromerzeugung darstellen. Darüber hinaus sorgen diese Projekte nicht nur für Stabilität bei der Stromerzeugung, sondern tragen auch dazu bei, die Klimaveränderungen abzuschwächen. Gemäß dem Pariser Klimaabkommen hat sich Senegal dazu verpflichtet, seine CO2-Emissionen bis 2020 um 21% zu verringern, was nur durch eine Förderung der nachhaltigen Energie erreicht werden kann. Diese Kombination aus verschiedenen Faktoren bietet Senegal die beste Chance in seiner Geschichte, die Modernisierung seiner Stromerzeugungsbranche voranzutreiben, was wiederum die Entwicklung von Industrie, die Schaffung von Wohlstand, Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum ankurbeln sollte. Gleichzeitig muss der Entwicklung weg von der teuren schwerölbasierten Stromerzeugung Priorität eingeräumt werden.

Unverhoffte Gasvorkommen

Die Entdeckung von großen Erdgasvorkommen in den Offshore-Regionen Senegals durch Kosmos Energy hat die Lage im Land von Grund auf verändert. In den letzten Jahren haben mehrere Entdeckungen dazu geführt, dass die Schätzungen der Erdgasvorkommen des Landes jetzt bei bis zu 50 Billionen Kubikfuß liegen, wodurch es jetzt zu den 5 afrikanischen Staaten mit den größten Erdgasreserven zählt. Die Inhaber von Explorationsgenehmigungen, Kosmos und BP, haben schon eine beschleunigte Entwicklung unter Einsatz einer schwimmenden Anlage für flüssiges Erdgas (LNG) vorgeschlagen, wodurch die erste kommerzielle Nutzung des Gases der Grand Tortue/Ahmeyin-Felder schon 2021 beginnen könnte. Zusätzliche Entdeckungen im Jahr 2017 haben bei den Energieunternehmen zu Überlegungen geführt, zwei statt einem Kompressorstrang bei der Kapazität zur LNG-Erzeugung zu planen. Dies bedeutet, dass Senegal sehr bald Zugang zu einer preiswerten Energiequelle haben kann, die es zur Versorgung der privaten Haushalte und Industrien einsetzen kann, ganz zu schweigen von einer neuen, beträchtlichen Einkommensquelle. Der politische Wille für dieses Szenario scheint ebenfalls vorhanden zu sein. Die im Februar erfolgte Bekanntmachung des Abkommens zwischen Senegal und Mauretanien zur Erschließung ihrer gemeinsamen Erdgasvorkommen im Grand Tortue-Komplex, der bis zu 25 Billionen Kubikfuß (TCF) Erdgas enthält, ist ein Zeichen der Zeit. Schnelle Entscheidungen durch die politische Führung konzentrieren sich auf die wirtschaftlichen Entwicklungen. Wenn Senegal seine Karten richtig ausspielt, könnten wir einen Wechsel bei der wirtschaftlichen Struktur des Landes sehen. Präsident Macky Sall, der selbst ein Ölfachmann ist, ist sich durchaus der zu erwartenden Entwicklungen bewusst, sobald das Erdgas genutzt wird. Es werden schon Pläne geschmiedet, um Schwerölturbinen zur Nutzung mit Erdgas zu konvertieren. Erst im April hat das Technologieunternehmen Wärtsilä den Zuschlag bei einer Ausschreibung für den Bau eines 130 MW-Flexicycle-Kraftwerks erhalten, das mit einer Kombination verschiedener Kraftstoffe betrieben werden kann, so dass es unverzüglich auf Erdgas umgestellt werden kann, wenn diese Ressource zur Verfügung steht. Die älteren Kraftwerke des Landes werden bald folgen. Durch den Einsatz von Erdgas als Energiequelle wird es möglich sein, die Schwankungen im Stromnetz bei der Versorgung durch erneuerbare Energiequellen auszugleichen und gleichzeitig Millionen an Kraftstoffkosten zu sparen sowie die CO2-Emissionen zu senken.

Aus den Fehlern anderer lernen

Dies bedeutet jedoch nicht, dass kein Risiko besteht, dass Senegal dieselben Fehler wie viele seiner Nachbarn macht. Als 2015 erstmals Erdöl durch Cairn Energy in Senegal entdeckt wurde, gab es nicht wenige Stimmen, die ihre Sorge darüber zum Ausdruck brachten, was ein Erdölboom für die anfällige Wirtschaft Senegals bedeuten könnte. Der Kampf Nigerias und anderer Staaten gegen den "Ölfluch" dient als abschreckendes Beispiel. Viele dieser Sorgen sind wohlbegründet. Große Einkommensströme, die sich plötzlich auf einen spezifischen Wirtschaftssektor konzentrieren, können die Wettbewerbsfähigkeit in anderen Sektoren beeinträchtigen und zu einem Inflationsdruck führen. Außerdem muss vorsichtig mit den Erwartungen umgegangen werden. Die Öl- und die Gasbranche schaffen nicht viele Arbeitsplätze. Insbesondere bei den schwimmenden LNG-Anlagen wird es wenig Möglichkeiten geben, die örtlichen Arbeitskräfte, insbesondere diejenigen ohne spezifische technische Ausbildung, zu beteiligen. Falls Senegal jedoch aus den Fehlern anderer lernen kann, können seine Rohstoffquellen einen wirklichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten. Es gibt auch nicht wenig positive Beispiele, von denen man lernen kann. Ghana hat zügig eines der umfassendsten Rahmengesetze zur Verwaltung der Einkünfte aus Öl und Gas erlassen, das der Kontinent bzw. die Welt je gesehen hat. Äquatorialguinea ist es gelungen, seine Ressourcen für Investitionen in die Entwicklung der Infrastruktur einzusetzen und die zugehörigen Industriezweige zu fördern, um eine erfolgreiche logistische Drehscheibe im Golf von Guinea zu schaffen. Die europäischen Kooperationspartner können ebenfalls Unterstützung bei der Einrichtung der erforderlichen Institutionen zur Verwaltung dieser Einkommensströme leisten. Die senegalesischen Abgeordneten haben sich schon an die Niederlande gewandt und die Anlagen in der Nordsee besucht, um von ihren Erfahrungen zu lernen. Sicherlich wird es Herausforderungen für die Regierung geben, und einige Probleme müssen unter Berücksichtigung der senegalesischen Eigenheiten angegangen werden. Falls die Regierung ihren Plan zur Zusammenarbeit mit internationalen Partnern bei der Investition in den Stromerzeugungssektor in die Tat umsetzt, kann dies das Fundament für das Wachstum einer starken Wirtschaft bilden. Die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen Erdgas und erneuerbaren Energiequellen zur Stromerzeugung, die Einhaltung einer strengen Aufsicht bei der Verwaltung der Öl- und Gaseinkünfte, die Einrichtung von unabhängigen Aufsichtsbehörden und Stiftungsfonds zur Verwaltung der Einkünfte können die Bausteine für eine neue Ära des Wirtschaftswachstums in Senegal sein.

07.08.2019 Veröffentlichung einer Corporate News/Finanznachricht, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. Medienarchiv unter http://www.dgap.de

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