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Airbus, NL0000235190

TOULOUSE - Die Luftfahrtbranche bereitet sich nach der wohl schwersten Krise ihrer Geschichte auf einen Neustart vor.

14.06.2021 - 08:33:27

AIRBUS IM FOKUS: Hochfliegende Pläne für die Zeit nach der Krise. Der Flugzeughersteller Airbus wittert Morgenluft. Konzernchef Guillaume Faury will die Produktion der Mittelstreckenjets in den kommenden Jahren auf ein Rekordniveau hochfahren. Was bei Airbus los ist, was Analysten sagen und wie sich der Aktienkurs entwickelt.

hat in diesem Segment lediglich die 737 im Angebot - vor allem deren Neuauflage 737 Max. Diese durfte seit März 2019 nach zwei tödlichen Abstürzen weltweit über eineinhalb Jahre lang nicht mehr starten. In vielen Ländern wie den USA und der Europäischen Union darf der Typ nach einigen Verbesserungen inzwischen wieder abheben. Boeing will die 737-Produktion nun bis Anfang 2022 auf 31 Maschinen pro Monat hochfahren und liegt damit weit unter Airbus' Plänen für die A320-Reihe.

Derweil stellt sich der europäische Hersteller auch bei der kleineren A220 auf deutliche Steigerungen ein: Von derzeit fünf Maschinen soll es zunächst Anfang kommenden Jahres auf sechs pro Monat nach oben gehen und auf 14 Flugzeuge monatlich bis Mitte des Jahrzehnts. Bei den großen Langstreckenjets der A350-Familie hingegen soll die Monatsrate von derzeit fünf Flugzeugen bis Herbst 2022 lediglich auf sechs steigen. Die etwas kleinere A330neo bleibt vorerst bei zwei Exemplaren pro Monat.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Branchenexperten sind dem Airbus-Konzern und seiner Aktie größtenteils zugetan. Von den zwölf bei dpa-AFX erfassten Analysten, die ihre Einschätzung seit der Bekanntgabe der jüngsten Produktionspläne erneuert haben, empfehlen zehn das Papier zum Kauf. Zwei Experten tendieren zum Halten. Zum Verkauf rät niemand. Im Schnitt schreiben die Experten der Aktie ein Kursziel von gut 122 Euro zu und liegen damit rund neun Prozent über dem jüngsten Kursniveau.

Am optimistischsten ist Analyst Benjamin Heelan von der Bank of America. Er hob sein Kursziel vor dem Wochenende von 130 auf 142 Euro an. Die Produktionspläne seien im Vergleich zu den Erwartungen sehr positiv, begründete er seine Entscheidung und hob seine Schätzungen zum bereinigten operativen Gewinn für die Jahre 2022 bis 2024 an. Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan sieht das ähnlich - und gehört mit seinem angehobenen Kursziel von 138 Euro ebenfalls zum oberen Bereich.

Wolfgang Donie von der Landesbank NordLB ist mit einem Kursziel von 120 Euro zwar vorsichtiger, rät aber ebenfalls zum Kauf der Airbus-Aktie. Mit der neuen Produktionsplanung verbreite der Hersteller Optimismus. Gerade bei den Flugzeugen mit einem Kabinengang zwischen den Sitzen - also der A320- und A220-Familie - sei Airbus deutlich breiter und wettbewerbsfähiger aufgestellt als Boeing.

Analyst Sandy Morris von der Investmentbank Jefferies sieht die Sache kritischer. Zwar waren Airbus' Produktionspläne für die A320-Reihe auch für ihn eine positive Überraschung. Mittelfristig drohe Airbus aber ein harter Preiskampf mit Boeing, schrieb er nun. Dies gelte besonders bei den Modellen A320neo und 737 Max.

DAS MACHT DIE AKTIE (Stand: 11.6., Börsenschluss):

Von einem Rekordhoch Anfang 2020 ging es für die Airbus-Aktie im Corona-Crash an den Börsen steil nach unten. Mit 48,12 Euro wurde das Papier Mitte März 2020 nur noch gut ein Drittel so teuer gehandelt wie beim Höchststand von 139,40 Euro wenige Wochen zuvor. Auch danach ging es zunächst nur im Zickzackkurs wieder etwas nach oben.

Doch die Erfolgsnachricht um den Covid-19-Impfstoff von Biontech und Pfizer verschaffte der Airbus-Aktie im November einen regelrechten Schub. Seither ging es für den Kurs immer weiter aufwärts. Seit der Flugzeugbauer schließlich Ende Mai seine Produktionspläne für die kommenden Jahre bekanntgab, legte das Papier noch einmal deutlich zu.

Mit Kursen um 112 Euro wird die Airbus-Aktie derzeit wieder etwa so hoch gehandelt wie Anfang Juni 2019. Betrachtet man den Kursverlauf seit Ende 2019, hat sich die Aktie jedoch deutlich schwächer entwickelt als der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 . Zudem ist das Airbus-Papier auch noch weit von seinem Rekordhoch aus der Zeit kurz vor der Krise entfernt.

Wurde Airbus an der Börse Anfang 2020 zeitweise mit mehr als 109 Milliarden Euro bewertet, sind es derzeit nur rund 88 Milliarden Euro. Beim Börsenwert wird Boeing mit rund 145 Milliarden US-Dollar (etwa 119 Mrd Euro) immer noch deutlich höher bewertet als sein Konkurrent aus Europa. Die Aktienkurse beider Unternehmen verliefen seit Beginn der Pandemie weitgehend parallel.

@ dpa.de

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