MICROSOFT CORP, US5949181045

REDMOND - Bei Microsoft reiht sich weiter eine Erfolgsmeldung an die andere.

29.11.2021 - 13:03:26

MICROSOFT IM FOKUS: Sprudelnde Gewinne treiben Aktie von Rekord zu Rekord. Der seit 2014 amtierende Konzernchef Satya Nadella kann Quartal für Quartal die Früchte seiner eigenen Saat ernten. Er hatte den bis zu seinem Start in vielen Punkten alt aussehenden Software-Veteran neu ausgerichtet - inzwischen gilt Microsoft wieder als modern, und die Gewinne sprudeln. An der Börse wird der Konzern gefeiert wie schon lange nicht mehr.

und Alibaba sind in dem Geschäft vorne mit dabei.

Auch bei der Videospielkonsole Xbox setzt Microsoft mehr und mehr auf die Dienste aus dem Netz. Statt den Verkauf von Hardware zu forcieren, bietet Microsoft verstärkt Spielestreaming an - auf PC und Konsole gibt es ohnehin schon Abo-Modelle gegen monatliche Gebühr. Und bald sollen die Spiele auch auf normalen Smart-TVs über eine App spielbar sein, dann braucht die in der Corona-Pandemie ausgabefreudige Kundschaft fast gar kein eigenes Equipment mehr.

DAS MACHT DIE AKTIE:

An der Börse gehört das Papier zu den großen Gewinnern der vergangenen Jahre und eilt von Rekord zu Rekord. Aktuell liegt der Höchststand bei den Anfang vergangener Woche erreichten 349,67 Dollar, seitdem bröckelte der Kurs unter anderem wegen stärkerer Corona-Sorgen nach dem Auftreten der neuen Virus-Variante Omikron etwas ab.

Mit knapp 330 Dollar liegt der Kurs aber immer noch fast 50 Prozent über dem Stand von Ende 2020. Mit dem Gewinn liegt die Microsoft-Aktie auf Rang zwei im US-Standardwerteindex Dow Jones . Die Microsoft-Aktie konnte damit auch deutlich mehr zulegen als der Erzrivale Apple. Zwischenzeitlich konnte Microsoft deshalb den iPhone-Konzern als weltweit wertvollstes börsennotiertes Unternehmen ablösen.

Derzeit hat Apple mit einem Börsenwert von 2,57 Billionen Dollar zwar wieder die Nase vorn - aber der Vorsprung liegt bei nur noch knapp 100 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Ende 2020 lag Apple noch mit fast 600 Millionen Dollar vor dem Windows-Konzern, der damals noch deutlich weniger als zwei Billionen Dollar wert war.

Die beiden Konzerne liefern sich seit vielen Jahren in dieser Wertung einen harten Wettkampf, in dem Apple seit dem Start des iPhone im Jahr 2007 meistens führte. Das iPhone, über das sich der damalige Microsoft-Chef Steve Ballmer noch lustig gemacht hatte, hievte Apple in neue Sphären und ließ Microsoft auch an der Börse viele Jahre lang uralt aussehen.

Doch mit Nadellas Start im Februar 2014 änderte sich vieles - mit seiner Stärkung des Cloud-Geschäfts und der Spielesparte führte er den Konzern auch an der Börse zu neuem Glanz. Seit seinem Start zog der Kurs deutlich kräftiger an als der Nasdaq 100.

Langfristig gesehen sind die Kursgewinne der Microsoft-Aktie noch beeindruckender. Seit dem Börsengang im Jahr 1986 zog der Kurs um rund 450 000 Prozent an. Beim Börsengang wurde die Aktie zu 21 Dollar das Stück platziert. Um den Kurs nicht in astronomische Höhen steigen zu lassen, hatte Microsoft die Anteile mehrfach aufgeteilt, um den Kurs optisch zu verringern.

Bereinigt um diesen Effekt lag der Ausgabepreis bei 7,2 US-Cent. Wer also damals für 1000 Dollar Microsoft-Aktien gezeichnet hatte, hat heute Anteile für rund 4,6 Millionen Dollar im Depot.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Trotz der rasanten Rally in diesem Jahr sind die meisten Experten weiter optimistisch. Von den 47 bei Bloomberg erfassten Aktienanalysten empfehlen 42 das Papier weiter zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 363 Dollar und damit zehn Prozent über dem aktuellen Niveau.

Mit 400 Dollar kommt eines der höchsten Ziele von Analyst Philip Winslow von der Credit Suisse. Er nahm das Papier Mitte November wieder mit "Outperform" auf. Die Bewertung des Softwarekonzerns und die Konsensschätzungen spiegelten das Wachstum und die Profitabilität immer noch nicht angemessen wider, hatte er damals in einer Studie geschrieben.

Besonders vorsichtig mit Blick auf das Kurspotenzial der Aktie ist JPMorgan-Experte Mark Murphy. Er bekräftigte nach den jüngsten Zahlen zwar seine "Overweight"-Einschätzung und erhöhte sein Kursziel um 10 Dollar auf 320 Dollar. Trotz seiner grundsätzlich positiven Einschätzung liegt das Ziel etwas unter dem aktuellen Niveau. Das erste Quartal habe die anhaltende Stärke des Cloud-Geschäfts unterstrichen, schrieb er.

Jefferies-Analyst Brent Thill sieht das Unternehmen weiter auf Erfolgskurs. Microsoft habe sowohl mit seinen Resultaten als auch mit dem Umsatzausblick auf das zweite Geschäftsquartal positiv überrascht, hieß es in seiner Studie von Ende Oktober. Die nachhaltigen Wachstumstreiber wie etwa die Cloud-Computing-Plattform Azure seien intakt.

Auch Goldman-Sachs-Analyst Kash Rangan zählt zu den Optimisten. Er beließ die Papiere nach den Zahlen auf der sogenannten "Convicition Buy List" und das Kursziel bei 360 Dollar. Mit Blick auf die Kursgewinne der Aktie in diesem Jahr betonte der Experte, dass diese durch steigende Gewinnerwartungen getrieben worden seien und nicht - wie bei vielen anderen Technologiewerten - durch eine Inflation der Bewertungsrelationen.

@ dpa.de