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INTEL CORP, US4581401001

NEW YORK / SANTA CLARA - Eigentlich sollte es so richtig rund laufen beim weltweit wohl bekanntesten Hersteller von Computerchips.

15.01.2021 - 10:25:27

INTEL IM FOKUS: Mit neuem Chef zu frischem Schwung?. Die Corona-Pandemie verlieh der ohnehin rasant fortschreitenden Digitalisierung der Welt zusätzlichen Schwung, Tech-Konzerne machen glänzende Geschäfte, Aktienkurse schießen seit Monaten durch die Decke.

und seine Produktionspartner fertigen unterdessen bereits 7-Nanometer-Chips. Das Interesse der Kunden ist entsprechend hoch. Denn je niedriger die Strukturbreiten, desto mehr Prozessoren passen auf eine Halbleiter-Scheibe bei der Produktion. Zudem arbeiten die Chips dadurch effizienter und stromsparender.

Und auch anderweitig sitzt AMD dem größeren Konkurrenten im Nacken. Mit dem geplanten rund 35 Milliarden US-Dollar schweren Kauf des Branchenkollegen Xilinx baut AMD sein Geschäft mit Chips für Rechenzentren aus - ein Bereich, in dem vor allem Intel traditionell stark aufgestellt ist.

Der zunehmende Druck auf die Geschäfte kostet nun Intel-Chef Bob Swan den Job. Er hatte den Posten erst 2018 vom langjährigen Konzernlenker Brian Krzanich übernommen, der damals wegen einer Beziehung im Unternehmen seinen Hut nehmen musste. Swan sagte damals mehrfach, dass er den Chefposten nicht wolle - und nahm ihn dann doch an.

Mitte Februar soll nun der erfahrene Tech-Manager Pat Gelsinger den Spitzenjob übernehmen. Er führte zuletzt den Software-Spezialisten VMWare - und hatte zuvor Jahrzehnte bei Intel verbracht, unter anderem als Technologiechef.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Für Stacy Rasgon vom Analysehaus Bernstein ist Gelsinger eine gute Wahl. Der Name dürfte bei den meisten Investoren auch wegen seiner langen Karriere bei Intel gut ankommen, schätzt er. Der Manager dürfte als Treiber für die Lösung der technischen und kulturellen Probleme des Konzerns gesehen werden. Allerdings dürfte all das viel Zeit brauchen.

Und zumindest die nächsten drei Jahre schienen bereits mehr oder weniger in Stein gemeißelt zu sein, glaubt Rasgon. Marktanteile dürften an AMD verloren gehen, Kunden dürften zur Konkurrenz wechseln oder auf eigene Lösungen setzen. Und auch beim Technikfahrplan drohten weitere Verzögerungen.

Wie auch immer die Pläne des neuen Konzernchefs aussähen - es bleibe nur zu hoffen, dass sie Intel auf die längere Sicht von mehr als fünf Jahren zurück in die Spur brächten. Kurzfristig aber erschienen die Erwartungen vieler Experte noch viel zu hoch. Daher hält Rasgon die Aktien für überbewertet und rät bei einem Kursziel von 40 Dollar zum Verkauf.

Auch Mitch Steves von RBC Capital geht davon aus, dass ein Wandel Zeit braucht. Vor 2023 werde sich mit Blick auf den Anlagehintergrund wohl nicht viel tun. Dass Intel für das Schlussquartal von einer wohl besseren Geschäftsentwicklung gesprochen habe als vom Konzern selbst erwartet, überrasche angesichts der starken PC-Nachfrage nicht. Auch Steves rät zur Vorsicht mit Blick auf die Aktien.

Deutlich optimistischer ist da Harlan Sur von der US-Bank JPMorgan. Er errechnet ein Kursziel von 70 Dollar und stuft die Aktien mit "Overweight" ein. Auch Sur hält Gelsinger für eine gute Chef-Wahl angesichts seines technischen Hintergrunds und seiner Erfolge bei VMWare, EMC und in seiner früheren Rolle bei Intel. Positiv wertet der Experte auch, dass Intel im Zuge der Ankündigung des Chefwechsels auch von starken Fortschritten bei der 7-Nanometer-Prozessortechnik gesprochen habe.

Die drei Stimmen zeigen, wie weit die Meinungen der Analysten auseinander gehen. Von 28 seit Dezember von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten Experten raten elf zum Kauf, elf zum Halten und sechs zum Verkauf der Aktien. 24 von ihnen nennen ein Kursziel, das im Durchschnitt bei 60 Dollar liegt.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Investoren reagierten zwar positiv auf die Ankündigung des Wechsels an der Konzernspitze, dennoch notieren die Anteilsscheine mit rund 59 Dollar aktuell gerade einmal auf dem Niveau von Ende 2019.

Im Gegensatz zu vielen anderen Tech-Werten und auch der direkten Konkurrenz konnte Intel 2020 nicht vom Digitalisierungsboom profitieren. Im Gegenteil: Technikprobleme & Co sorgten für ein Kursminus von knapp 17 Prozent, was einen der letzten Plätze im Dow Jones Industrial sowie Technologieindex Nasdaq 100 bedeutete. Für letzteren war es 2020 um fast die Hälfte nach oben gegangen.

Weit vorne dabei im Tech-Index waren dagegen die Aktien des kleineren Konkurrenten AMD. Sie verdoppelten ihren Wert 2020. Auch langfristig liegen die AMD-Aktien deutlich vorn. Seit ihrem Tief während der Weltfinanzkrise 2008 haben sie ihren Wert bis auf das 61-Fache gesteigert. Intel bringt es in dem Zeitraum auf einen Zuwachs auf das Fünffache.

Damit holte AMD auch in Sachen Marktkapitalisierung in den letzten Jahren ein gutes Stück auf. Mit aktuell rund 109 Milliarden Dollar ist der Konzern an der Börse aber noch weniger als halb so viel wert wie Intel mit rund 243 Milliarden Dollar.

@ dpa.de