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MTU Aero Engines AG, DE000A0D9PT0

MÜNCHEN - Wenige Monate nach seinem Aufstieg in den Dax und Airbus ihre Produktion deutlich gedrosselt - und MTU kommt nicht umhin, nachzuziehen.

31.07.2020 - 08:33:25

MTU IM FOKUS: Lange Durststrecke voraus. Das gilt auch für den Abbau von Arbeitsplätzen. Was bei MTU los ist, was Analysten sagen und wie sich die Aktie entwickelt.

(6,6 Mrd Euro) und der nach einem Bilanzskandal in die Pleite geschlitterte Zahlungsdienstleister Wirecard (250 Mio Euro), der spätestens im September aus dem Dax fliegen dürfte.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Trotz der Krise bleibt MTU nach Einschätzung von Branchenexperten von roten Zahlen ein gutes Stück entfernt. Wenn der Triebwerkbauer wie geplant am Montag (3. August) seine Zahlen zum zweiten Quartal vorlegt, rechnen vom Unternehmen selbst befragte Analysten im Schnitt mit einem Umsatzeinbruch um ein Drittel auf 741 Millionen Euro. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) dürfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 73 Prozent auf 48 Millionen Euro zusammengesackt sein. Beim bereinigten Überschuss erwarten sie einen Rückgang um 76 Prozent auf 30 Millionen Euro.

Auch auf das Gesamtjahr gesehen dürfte MTU weit von den Rekordzahlen von 2019 entfernt bleiben. So gehen Analysten für 2020 im Schnitt von einem Umsatzrückgang um 22 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro aus. Der operative Gewinn dürfte um 48 Prozent auf 392 Millionen Euro einbrechen. Für den bereinigten Überschuss sagen sie einen Rückgang um 44 Prozent auf 267 Millionen Euro voraus.

Schon im vergangenen Jahr hatten viele Analysten dem Höhenflug der MTU-Aktie nicht getraut. Auch wenn sie die Perspektiven des Unternehmens positiv einschätzten, war der Kurs aus ihrer Sicht bereits merklich über die Schwellen hinausgeschossen, die sie für angemessen hielten. Nach Crash in der Corona-Krise und der teilweise erfolgten Kurserholung haben sich ihre Empfehlungen noch stärker zum Negativen gedreht.

Von den elf im dpa-AFX Analyser erfassten Experten, die sich seit der Zwischenbilanz fürs erste Quartal Ende April zur MTU-Aktie geäußert haben, empfiehlt nur einer das Papier zum Kauf. Je fünf Analysten raten zum Halten beziehungsweise zum Verkauf. Im Schnitt schreiben sie der Aktie ein Kursziel von rund 134 Euro zu. Der jüngste Kurs liegt bereits mehr als zehn Euro darüber.

Mit einem Kursziel von 107 Euro ist Analyst David Perry von der US-Großbank JPMorgan der pessimistischste in der Reihe. Dabei hat er sein Ziel erst vor wenigen Tagen deutlich angehoben - weil er die Ergebnisentwicklung bei dem Triebwerkbauer inzwischen deutlich positiver einschätzt als zuvor. Das ändert aber nichts daran, dass er zum Verkauf der Aktie rät. Auch sein Kollege Florent Dehlinger von der schweizerischen Großbank UBS, der sein Kursziel jüngst auf 144 Euro angehoben hatte, kann sich nur zu einer "Halten"-Empfehlung durchringen. So hat er seine Gewinnschätzungen für die Zeit ab dem Jahr 2022 angehoben.

Das höchste Kursziel findet sich mit 175 Euro derzeit bei Analyst Richard Schramm von der britischen Großbank HSBC. Insgesamt seien die kurzfristigen Aussichten für den unter dem Einbruch des Flugverkehrs leidenden Konzern trüber geworden, das Erholungspotenzial aber attraktiv, schrieb er schon Ende April und riet zum Kauf der MTU-Aktie.

@ dpa.de

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