Meta, US30303M1027

MENLO PARK - Trotz anhaltender Kritik an seinen Sozialen Netzwerken Facebook, Instagram und WhatsApp ist der erst kürzlich umbenannte Mutterkonzern Meta nicht zu bremsen.

11.01.2022 - 12:03:28

META IM FOKUS: 'Metaverse' nach Image-Krise. Quartal um Quartal laufen die Geschäfte der Kalifornier mit Werbung. Doch abseits der Konzernentwicklung dominieren in der breiten Öffentlichkeit eher negative Berichte.

hinterher. Auch über die vergangenen fünf Jahre gesehen entwickelte sich die Meta-Aktie mit einem Plus von rund 160 Prozent schlechter als der US-Technologieauswahlindex.

Anders sieht die Bilanz seit dem Börsengang vor fast zehn Jahren im Mai 2012 aus. Vom Ausgabepreis von 38 Dollar ging es um etwas mehr als 760 Prozent nach oben. Zum Vergleich: Der Nasdaq 100 zog in dieser Zeit nur etwas mehr als 500 Prozent an.

Der 2004 gegründete Konzern ist an der Börse derzeit etwas mehr als 910 Milliarden Dollar wert und damit unter den fünf wichtigsten US-Techunternehmen das mit der geringsten Marktkapitalisierung. Fast doppelt so viel bringt Amazon auf die Waage (1,64 Bio Dollar). Nummer drei ist die Google -Mutter Alphabet mit rund 1,8 Billionen Dollar.

Microsoft schafft eine Marktkapitalisierung von knapp 2,4 Billionen Dollar und ist damit derzeit weltweit das zweitwertvollste Unternehmen. Mit Abstand an der Spitze steht Apple . Der für das iPhone bekannte Konzern war zu Jahresbeginn zeitweise etwas mehr als drei Billionen Dollar wert - aktuell sind es rund 2,8 Billionen.

Der rasante Kursanstieg hat den umstrittenen Unternehmensgründer und Konzernchef Marc Zuckerberg zu einem der reichsten Menschen des Planeten gemacht. Die Nachrichtenagentur Bloomberg bezifferte sein Vermögen zuletzt auf knapp 123 Milliarden Dollar. Er besitzt zwar keine der an der Börse gehandelten sogenannten A-Aktien. Er hält den Großteil der sogenannten B-Aktien von Facebook, die nicht an der Börse gehandelt werden, aber ein zehnfaches Stimmrecht haben. So kommt er auf mehr als die Hälfte der Stimmrechte und kann Facebook so kontrollieren, obwohl er nur etwas mehr als zehn Prozent des Kapitals hält.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Von den 62 Analysten, die in der Datenbank der Nachrichtenagentur Bloomberg erfasst sind, raten 52 zum Kauf - nur zwei empfehlen, sich von der Aktie zu trennen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 400 Dollar und damit rund ein Fünftel über dem aktuellen Kurs - die Spanne reicht von 250 bis 460 Dollar.

JPMorgan-Analyst Douglas Anmuth verspricht sich so einiges vom angekündigten Metaverse. Dies existiere zwar noch nicht, allerdings gebe es schon einige Entwickler wie Spieleproduzenten, die Angebote entwickelten. Anmuth hält auch Produkte für virtuelle Fitness, die Arbeitswelt und Bildung für möglich.

In der frühen Phase dürfte Meta zunächst geringe Gebühren für seine Welt fordern, um so möglichst viele Entwickler anzulocken, betonte der Analyst. Er rechnet damit, dass die Meta-Aktie innerhalb der kommenden zwölf Monate einen Wert von 390 Dollar schafft.

Der überraschende Aufstieg von Oculus zur am häufigsten heruntergeladenen App in den USA zeige, dass VR-Anwendungen verbreiteter seien als bislang von ihm angenommen, betonte Jefferies-Experte Brent Thill. Potenzielle Investments von Meta in diesen Bereich dürften zwar den Gewinn je Aktie verwässern, seien aber langfristig sinnvoll, um Nutzer an VR-Spiele heranzuziehen.

Und auch die Schweizer Bank Credit Suisse sieht Meta noch lange nicht am Ende seiner Kreativität. Wegen der langfristigen Chancen bleibe die Aktie des Konzerns aussichtsreich, betonte Analyst Stephen Ju. Allerdings senkte er das Kursziel von 500 auf 430 Dollar.

@ dpa.de