DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

LONDON - Die britischen Investmentbank Barclays sieht die Deutsche Bank auch in weiterer Zukunft auf einem absteigenden Ast.

15.05.2018 - 09:04:24

ANALYSE: Barclays sieht bei Deutscher Bank schwarz und erwartet Kursrutsch. Marktanteilsverluste und geringe Renditen dürften laut Analyst Amit Goel die nächsten Jahre prägen. Auch hegt er erhebliche Zweifel daran, dass die Bank ihre Kostensenkungsziele erreichen wird.

Die mit dem Bericht zum ersten Quartal vom Management angekündigten Initiativen dürften die Probleme der Bank kaum lösen. "Es muss sich etwas ändern, nur was?" - titelt der Barclays-Experte denn in seiner am Dienstag vorliegenden Studie und startete die Bewertung der Aktie mit "Underweight" und einem Kursziel von 8 Euro. Aktuell liegt der Kurs bei 11,47 Euro. Er hat damit das niedrigste Kursziel der 22 von dpa-AFX erfassten Experten.

Goel geht davon aus, dass die Aktie auch nach dem jüngsten Kursrutsch keinen Halt findet. Die Deutsche Bank-Aktie ist mit einem Verlust von 28 Prozent derzeit ohnehin bereits mit Abstand der schwächste Dax-Wert in diesem Jahr. Sollte der Kurs zudem auf das von ihm in Aussicht gestellte Niveau sinken, wäre sie so billig wie nie. Das bisherige Rekordtief liegt bei 8,834 Euro im Herbst 2016.

Der zur Reduzierung von Schuldenrisiken angekündigte Umbau im Firmenkunden- und Investmentbanking-Geschäft der USA und in Asien wird nach Ansicht von Goel den Wettbewerb erschweren. Zudem dürften wegen der Restrukturierung beträchtliche Kosten auf die Bank zukommen, erwartet er.

Kurzfristig gesehen dürfte die Profitabilität des deutsche Branchenprimus rückläufig sein und in den kommenden Jahren werde es die Bank schwer haben, eine Rendite über 2 bis 3 Prozent zu erwirtschaften, schreibt der Experte. Durch eine Übernahme der Commerzbank, wie er sie theoretisch durchgespielt habe, könnten zwar Kostensynergien möglich werden, doch brächte dies erhebliche Durchführungsrisiken mit sich und mögliche Vorteile könnten erst nach vielen Jahren sichtbar werden.

Entsprechend der Einstufung "Underweight" rechnen die Analysten von Barclays Capital damit, dass sich die Aktie in den kommenden zwölf Monaten im Vergleich zu den anderen Titeln im beobachteten Sektor unterdurchschnittlich entwickeln wird./ck/zb/jha/

Analysierendes Institut Barclays Capital.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Schaden durch 'Cum-Ex'-Deals wohl größer als gedacht (Wirtschaft, 18.10.2018 - 14:49) weiterlesen...

Schaden durch 'Cum-Ex'-Deals wohl größer als gedacht BERLIN/FRANKFURT - Aktienhändler nutzen Schlupflöcher und prellen den Staat um Milliardensummen - Steuergeld, das für Investitionen in Kitas, Schulen und Infrastruktur fehlt: Der Schaden für die Staatskasse durch dubiose "Cum-Ex"-Steuergeschäfte ist Medieninformationen zufolge deutlich höher als angenommen. (Wirtschaft, 18.10.2018 - 14:14) weiterlesen...

Medien: Schaden durch 'Cum-Ex'-Steuerdeals viel größer als gedacht. Betroffen sind neben Deutschland mindestens zehn weitere europäische Länder. Das haben laut NDR Untersuchungen des Recherchezentrums "Correctiv" ergeben, an denen unter anderem das ARD-Magazin "Panorama", die Wochenzeitung "Die Zeit" und "Zeit Online" beteiligt waren. Der Schaden beläuft sich demnach auf mindestens 55,2 Milliarden Euro. HAMBURG - Der Schaden durch dubiose "Cum-Ex"-Steuergeschäfte ist offenbar deutlich höher als bislang angenommen. (Wirtschaft, 18.10.2018 - 08:22) weiterlesen...

US-Gericht verurteilt Ex-Händler der Deutschen Bank im Libor-Skandal. Die beiden Männer hätten sich über Jahre hinweg an illegalen Absprachen mit anderen Bankern beteiligt, teilte das US-Justizministerium am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mit. Konkret ging es um die Manipulation des Referenzzinses Libor - ein Richtwert für internationale Finanzgeschäfte im Volumen von Hunderten Billionen Dollar, an den zahlreiche Kredite gekoppelt sind. NEW YORK/WASHINGTON - Zwei ehemalige Börsenhändler der Deutschen Bank sind von einem New Yorker Gericht im Libor-Skandal schuldig gesprochen worden. (Boerse, 18.10.2018 - 05:59) weiterlesen...