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THERMO FISHER SCIENTIFIC INC, US8835561023

HILDEN - Das neuartige Coronavirus lässt die Welt Kopf stehen.

07.04.2020 - 12:15:24

QIAGEN IM FOKUS: Gefragte Diagnostik in der Corona-Krise. Auch für das Diagnostikunternehmen Qiagen hat sich vieles verändert. Die MDax -Firma gehört zu den wenigen Profiteuren der aktuell durch die Corona-Pandemie ausgelösten Krise, weil sie Tests auf das Virus im Programm hat. Zur Lage des Unternehmens, was die Analysten sagen und was die Aktie macht.

hatte Anfang März eine rund zehn Milliarden Euro schwere Offerte für Qiagen vorgelegt, geboten werden 39 Euro je Aktie. Qiagen-Vorstand und Aufsichtsrat haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Noch um die Weihnachtszeit hatte das anders geklungen: Urplötzlich hatte damals die Qiagen-Führung einer eventuellen Übernahme wegen "nicht überzeugender Vorstöße" der möglichen Käufer eine Absage erteilt.

Thermo Fisher hat bereits angekündigt, dass ein Erfolg des Deals an eine Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent geknüpft ist. Damit liegt der Ball im Spielfeld der Aktionäre, zu denen diverse Investmentgesellschaften gehören - größter Anteilseigner ist laut Unternehmen der Vermögensverwalter Blackrock. Auch müssen noch die Regulierer zustimmen. Sollte alles glatt laufen, ist der Abschluss für das erste Halbjahr 2021 geplant.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Von den im dpa-AFX Analyser ab Februar erfassten Branchenkennern votierte zuletzt die klare Mehrheit für das "Halten" der Aktie. Nur einer empfiehlt das Papier zum "Kauf", kein Experte wiederum stimmt für den "Verkauf". Weil nicht alle Analysten ihr Modell an die Höhe des Kaufgebotes von Thermo Fisher angepasst haben, liegt das durchschnittliche Kursziel aktuell mit rund 36 Euro unter der Offerte.

Tatsächlich haben sich die Analysten noch kaum Qiagens neuer Rolle als Lieferant von Corona-Tests gewidmet, stattdessen ist für die Experten überwiegend die anstehende Übernahme der wichtigste Aspekt. Grundsätzlich stößt der Deal auf positive Resonanz: Thermo Fisher scheine eine "gute neue Heimat" für Qiagen zu sein, urteilte etwa Analyst Scott Bardo von der Berenberg Bank. Er sieht den Deal nicht in Gefahr: Die geplante Transaktion berge nur wenig Risiken eines Konkurrenzangebots, erklärte er.

Independent-Experte Tobias Gottschalt erklärte in seiner Analyse der geplanten Übernahme, er sehe keinerlei kartellrechtliche Schwierigkeiten. Er verwies zudem auf die operativen und strategischen Schwierigkeiten, die Qiagen 2019 begleiteten. Diese Schwierigkeiten hatten den Kurs im Herbst deutlich absinken lassen und Qiagen damit zum Übernahmekandidaten gemacht.

Wegen der Probleme sei die Höhe des Angebots aber angemessen. DZ-Analyst Sven Kürten sieht dies indes anders. Er beschrieb Anfang März die von Thermo Fisher gebotene Prämie als "nicht übermäßig hoch", weshalb die Annahmebereitschaft der Aktionäre unklar sei. Wegen der bereits erfolgten Zustimmung des Managements ist für ihn aber auch ein Gegengebot nicht die "wahrscheinlichste Variante".

Warburg-Analyst Ulrich Huwald begrüßte unterdessen die Ernennung von Bernard zum neuen Qiagen-Chef. Dies werde die Position der Führungsmannschaft im anstehenden Übernahmeprozess stärken.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Übernahmegerüchte hatten die Qiagen-Aktie Anfang Dezember auf ein Mehrjahreshoch knapp über 39 Euro getrieben. Kurz danach war das Papier bis auf rund 29 Euro eingebrochen, weil Qiagen der Übernahme durch Rivalen jäh eine Absage erteilt hatte. Seitdem der US-Konzern Thermo Fisher Anfang März sein offizielles Gebot für Qiagen präsentierte, ist dieses Taktgeber für die Aktie. Zweimal hat sich der Kurs inzwischen dicht an die Offerte von 39 Euro herangepirscht.

Während viele andere Werte gerade in der Corona-Krise an der Börse einbrachen, stützt neben der Aussicht auf die Übernahme auch die Tatsache den Kurs, dass Qiagen als Lieferant der wichtigen Corona-Tests gefragt ist. Qiagen-Papiere stiegen zuletzt Mitte März, als es am Markt allgemein wegen der Viruspanik steil abwärts ging, wieder in Richtung Mehrjahreshoch. Seither hält sich die Aktie recht stabil.

Für die Aktionäre hat sich das bislang ausgezahlt: Aktuell kostet eine Qiagen-Aktie rund 37 Euro. Das entspricht seit Jahresbeginn einem Kursplus von mehr als einem Fünftel. Damit liegt die Aktie im MDax auf Platz zwei hinter den Papieren des Kochboxenlieferanten HelloFresh, die - ebenfalls ein Krisengewinner - um rund 46 Prozent zugelegt haben.

Insgesamt bringt es Qiagen an der Börse auf einen Wert von fast 8,5 Milliarden Euro und damit auf Platz elf im MDax.

@ dpa.de