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Jungheinrich AG, DE0006219934

HAMBURG - Jungheinrich aufgestiegen.

06.10.2021 - 08:33:26

JUNGHEINRICH IM FOKUS: MDax-Rückkehrer will digitaler werden. Was bei dem Unternehmen los ist, was die Analysten sagen und was die Aktie macht.

sowie die deutsche Kion -Gruppe.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Die Experten sind überwiegend optimistisch für Jungheinrich gestimmt. Von den acht seit August von dpa-AFX erfassten Experten raten fünf zum Kauf und drei zum Halten der Jungheinrich-Aktien. Keiner von ihnen empfiehlt die Papiere zum Verkauf.

Jungheinrich hat nach Ansicht von Analyst Stefan Augustin von der Investmentbank Warburg Research im zweiten Quartal beeindruckende Zahlen vorgelegt. Die Kombination aus einem starken Geschäft im Kundendienst, einem steigenden Neugeschäft und der Nutzung von Rohstoffen, die noch zu günstigen Preisen gesichert werden konnten, hätten die operative Marge (Ebit) im Berichtszeitraum auf ein Rekordniveau von 9,4 Prozent getrieben. Er rechnet im zweiten Halbjahr aber mit einer Abschwächung.

Auch für Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank ist das zweite Quartal von Jungheinrich besser als erwartet ausgefallen. Der Auftragseingang sei aber hinter dem Marktwachstum zurückgeblieben. Rothenaicher zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Unternehmen zumindest das obere Ende seiner unveränderten Prognose für das Gesamtjahr 2021 erreichen wird.

Der gute Lauf bei der Nachfrage nach Gabelstapler- und Lagerautomation sollte anhalten, schrieb DZ-Bank-Analyst Thorsten Reigber. Jungheinrich befinde sich auf einem guten Weg, das mittelfristige Margenziel von acht Prozent bereits 2021 zu erreichen.

Jungheinrich bleibt Analyst Philippe Lorrain von der Berenberg Bank zufolge bei der Herstellung stark in Regionen mit hohen Kosten wie etwa Deutschland. Zusammen mit dem Produktmix grenze dies die Profitabilität des Unternehmens ein. Dennoch dürfte sich die Ebit-Marge von Jungheinrich in den nächsten Jahren schrittweise verbessern, da sich die Volumina wieder erholten und das Unternehmen weiter an Effizienzmaßnahmen arbeite.

Zudem sollte nach Ansicht des Berenberg-Experten der neu geschärfte Fokus des Managements auf Rentabilität und die Generierung von Barmitteln dem Unternehmen genügend Kraft geben, um seine globale Präsenz (China, USA) sowie sein Produkt- und Lösungsportfolio im Bereich der Automatisierung zu erweitern. Dies sollte das Umsatz- und Gewinnwachstum unterstützen.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Jungheinrich-Papiere hangelten sich zu Beginn des Jahrtausends zunächst an der Marke von 3 Euro entlang. Etwas Schwung kam dann ab 2003 in die Aktienstory und die jahrelange Markterholung nach dem Platzen der Tech-Blase führte die Anteilscheine im Frühjahr 2007 über zehn Euro. Bis zum Oktober desselben Jahres ging es dann noch einmal bis auf gut zwölf Euro nach oben, doch wegen der globalen Finanzkrise büßten die Papiere bis Anfang 2009 mehr als 80 Prozent an Wert ein.

Vom Tief bei gut zwei Euro aber ging es innerhalb von knapp zwei Jahren wieder über zehn Euro. In den nächsten Jahren bis Anfang 2018 gab es zwar auch immer wieder mal Rücksetzer, doch der Trend zeigte nun nachhaltig nach oben. 2015 fiel die Schwelle von 20 Euro und nur ein Jahr später wurde die 30-Euro-Marke geknackt. Im Ein-Jahres-Rhythmus ging es dann weiter und im Oktober 2017 kostete eine Jungheinrich-Aktie erstmals mehr als 40 Euro, doch die Party für die Aktionäre sollte bald enden.

Anfang 2018 erreichten die Aktien noch das Rekordhoch von rund 43 Euro, bevor Inflationssorgen und die damit verbundenen weltweiten Sorgen vor steigenden Zinsen auch die Jungheinrich-Papiere mit nach unten rissen. Auffällig ist jedoch, dass die Anteilscheine im folgenden Jahr nicht an der allgemeinen Markterholung teilnahmen, sondern um knapp sechs Prozent nachgaben. Ende 2019 notierten die Papiere nur noch bei 21,50 Euro.

Im vergangenen Jahr sorgte dann die Corona-Krise für den nächsten Kurssturz. Die Aktien sackten bis März 2020 auf rund zehn Euro ab. Doch fast genauso schnell wie es nach unten gegangen war, erholten sich die Anteilsscheine auch wieder. So ging es quasi in einem Zug bis auf rund 48 Euro Ende April dieses Jahres nach oben. Danach verloren die Anteilscheine wieder etwas, erholten sich aber schnell und kletterten Ende August wieder auf fast 48 Euro. Dabei profitierte der Titel auch von dem späteren Aufstieg in den MDax. Seitdem geht es für die Aktie wieder bergab. Zuletzt kostete das Papier knapp 41 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von fast zwölf Prozent zu Buche.

Aktuell bringt es das Unternehmen an der Börse auf einen Wert von knapp 4,2 Milliarden Euro. Damit hinkt die Marktkapitalisierung der des Konkurrenten Kion deutlich hinterher. Der bringt es auf knapp 10,5 Milliarden Euro.

@ dpa.de