Puma SE, DE0006969603

HAMBURG - Die in Kürze erwartete Trennung des Modekonzerns Kering vom Großteil seiner Puma-Beteiligung stimmt das Analysehaus Warburg Research vorsichtig für den Sportartikelhersteller.

16.04.2018 - 12:34:24

ANALYSE: Warburg rechnet mit Druck auf Puma durch Kerings Trennung - neu: 'Hold'. Nach den "wirklich beeindruckenden Zahlen im ersten Quartal" und dem darauf folgenden Kursanstieg sieht Analyst Jörg Frey vorerst keine weiteren Kurstreiber mehr, die ein Kaufurteil rechtfertigen, wie er in einer am Montag vorliegenden Studie schrieb.

Frey stufte die Puma-Aktie daher von "Buy" auf "Hold" ab und rechnet nun auf Sicht von zwölf Monaten mit einer weitgehend stabilen Kursentwicklung. Das Kursziel hob der Experte allerdings nach dem in der vergangenen Woche vorgelegten Zahlenwerk von 430 auf 450 Euro an und liegt damit knapp 8 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Der Konzern sei im Quartalsvergleich zu konstanten Wechselkursen weiter stark gewachsen, habe mit seinem operativen Ergebnis beeindruckt und seine Jahresziele leicht angehoben. Diese sehr dynamische Geschäftsentwicklung habe ihn dazu bewogen, seine Umsatzschätzung für 2018 ebenfalls anzuheben, und zwar noch etwas über die konzerneigene Prognose hinaus, schrieb Frey. Zudem gehe er trotz der weiter zunehmenden negativen Wechselkurseffekte davon aus, dass der Sportartikelhersteller sein mittelfristiges Profitabilitätsziel erreichen könne. Puma visiert bis 2021 eine Ebit-Marge von 10 Prozent an.

Eine Gefahr für die weitere Kursentwicklung der Puma-Aktie stelle allerdings der in Kürze entstehende Aktienüberhang dar, so der Experte. Denn im Januar hatte der Kering-Konzern, der sich auf dem Weg zu einem reinen Luxusgüterkonzern befindet, angekündigt, die Kontrolle abgeben zu wollen. Die aktuell mit 86 Prozent an Puma beteiligten Franzosen wollen sich von 70 Prozent ihrer Puma-Anteile trennen und diese in Form einer Sachdividende an die eigenen Aktionäre verteilen. Sofern die Aktionäre diesen Plänen Ende April auf der Hauptversammlung zustimmen, erfolgt die Umsetzung am 16. Mai.

"Das dürfte wahrscheinlich zu etwas Druck auf Puma führen, da der Anteil frei handelbarer Aktien im Zuge dessen von 14 auf 55 Prozent steigt", schrieb Frey. Vor allem französische Index-Fonds und ETFs werden seines Erachtens um diesen Zeitraum herum zu den Verkäufern zählen./ck/gl/jha/

Analysierendes Institut Warburg Research.

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