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Teamviewer, DE000A2YN900

GÖPPINGEN / FRANKFURT - Die Software von Teamviewer verkauft sich derzeit wie geschnitten Brot.

20.05.2020 - 14:01:24

TEAMVIEWER IM FOKUS: Dank Corona-Krise auf der Überholspur. Als 2019 der größte Tech-Börsengang in Deutschland seit Platzen der Dot-Com-Blase hingelegt wurde, war es noch nicht absehbar, dass ein neuartiger Coronavirus die Nachfrage nach oben katapultieren und eine neue Kursrakete zünden wird. In Zeiten von Home-Office ist das Unternehmen mit seinen Lösungen für Online-Zusammenarbeit und Fernsupport zum Gewinner der Pandemie geworden. Was aktuell bei Teamviewer los ist, wie Analysten die Lage bewerten und was die Aktie macht.

der Arztpraxen-Spezialist Compugroup und die Software AG kommen derzeit als MDax-Branchenkollegen auf Marktwerte zwischen 2,5 und 7,5 Milliarden. Der im Dax notierte Softwaregigant SAP spielt freilich in einer anderen Liga.

Der Ausgabepreis beim Börsengang lag bei 26,25 Euro. Direkt danach kämpften die Aktien erst einmal mit einer allgemeinen Schwäche des Technologiesektors, im Tief waren sie kurze Zeit später für 21,38 Euro zu haben. Doch dann ging es schnell nach oben, kurz vor Weihnachten passierten sie erstmals die 30-Euro-Marke, wo sie bis zum Corona-Crash im Februar auch blieben. Als das Virus sich in Europa breit machte, musste Teamviewer auch noch den vorläufig errechneten Gewinn für 2019 aus Gründen der Steuerbilanzierung nach unten korrigieren. Ende Februar erreichte der Kurs dann den tiefsten Stand im bisherigen Jahresverlauf. Die Aktie kostete nur noch knapp 22 Euro.

Das ist allerdings bereits fast zwei Monate her und seitdem hat sich der Kurs in einer Rekordrally binnen weniger Wochen mehr als verdoppelt, bis die Aktie vor wenigen Tagen 45,65 Euro wert war. Denn mittlerweile hat sich herauskristallisiert, dass der Softwareanbieter von der Pandemie profitiert. Dann kam wieder Permira ins Spiel: Schon Anfang März hatte der Investor den Kurs zwischenzeitlich mit dem Verkauf von Anteilen gebremst. Vor einer Woche nutzte er dann den guten Lauf, um weitere 25 Millionen Aktien loszuschlagen. Die Rally fand vorerst ein Ende, neuerdings bewegen sich die Papiere zwischen 40 und 44 Euro. Permira hält jetzt noch 39 Prozent der Anteile.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Die Erfolgsgeschichte von Teamviewer ist in den vergangenen Monaten auch international kein Geheimnis geblieben. Mittlerweile beschäftigen sich alle bedeutenden Investmentbanken und Analysehäuser mit der Aktie, darunter Wall-Street-Größen wie JPMorgan, Goldman Sachs oder Morgan Stanley. Fast alle blicken sie mit "Buy", "Outperform" oder "Overweight" nach wie vor optimistisch auf die Aktie.

Mit der jüngsten Entwicklung in Corona-Zeiten erntet das Unternehmen bei den Experten weiterhin viel Lob. Armin Kremser von der DZ Bank sprach von einem "bombastischen" ersten Quartal. Die angehobene Prognose für die Billings hält eine ganze Schar von Fachleuten für noch immer konservativ, darunter auch Mohammed Moawalla von Goldman Sachs. Er verwies auf geplante Investitionen, um das Wachstum anzuheizen, liegt mit einem Ziel von 50 Euro aber nur im Mittelfeld. Mit 51 Euro nennt die Berenberg Bank eine etwas höhere Zielmarke, die DZ Bank sieht den fairen Wert sogar bei 56 Euro.

Mit der Commerzbank gab es aber zuletzt auch eine erste Bank, die nach dem Erreichen ihres 45-Euro-Kursziels ein Ende der Fahnenstange sieht. Analyst Stephan Klepp hatte vor einer Woche seine Kaufempfehlung für die Papiere aufgegeben und betont, dass er bei Teamviewer in den nächsten Quartalen mit weniger Schwung rechnet. Auch George Webb von Morgan Stanley erwähnte zuletzt, dass es nun unsicher sei, inwieweit die Viruskrise die Nachfrage nach den Produkten nachhaltig verändere.

@ dpa.de