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Teamviewer, DE000A2YN900

GÖPPINGEN - Der Softwareanbieter Teamviewer viel Geld in weiteres Wachstum.

27.08.2021 - 08:33:30

TEAMVIEWER IM FOKUS: Will der Softwarehersteller zu viel?. Die Anleger haben darauf zuletzt überwiegend skeptisch reagiert. Denn der Preis ist hoch: Üppige Werbedeals lasten bereits auf der Bilanz. Zudem boomen die Geschäfte nicht mehr so stark wie zu Beginn der Pandemie. Was bei Teamviewer los ist, wie die Aktie reagiert und was Analysten dazu sagen.

aus dem Dax . Teamviewer wird in das SAP-Angebot integriert und zusätzlich Teil des Partnerprogramms von SAP. Damit dürfte sich Teamviewer viele potenzielle Neukunden erschließen. Einer der ersten gemeinsamen Anwendungsfälle werde die Augmented-Reality-basierte Unterstützung von Wartungs- und Reparaturprozessen bei SAP-Kunden in den Bereichen Maschinenbau und Komponentenfertigung sein, hieß es damals.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Teamviewer wagte sich im September 2019 aufs Parkett, feiert also bald das zweijährige Börsenjubiläum. Aktionäre, welche die Aktie seit dem ersten Tag halten, haben ein kräftiges Auf und Ab erlebt. Aktuell hat sich ein Investment nur begrenzt ausgezahlt: Vor zwei Jahren wurde die Aktie zu 26,25 Euro ausgegeben, derzeit ist sie mit 28,75 Euro nur etwas mehr wert.

Dabei lieferte die Pandemie erst einmal mächtig Rückenwind. Der Corona-Schub katapultierte die Aktie im Sommer 2020 auf ein Rekordhoch bei knapp unter 55 Euro. Auch Anfang 2021 schaffte es das Papier noch auf ein Jahreshoch bei 49,64 Euro. Von diesem Niveau aus hat Teamviewer mittlerweile mehr als 40 Prozent an Wert verloren.

Die Skepsis bezüglich einer positiven Wirkung der hohen Werbeausgaben und die enttäuschenden Zahlen zum zweiten Quartal drückten die Aktie Anfang August sogar kurzzeitig wieder unter den Ausgabepreis. Zuletzt erholte sie sich aber ein Stück weit und rang mit der vielbeachteten 21-Tage-Linie. Dieser Duchschnitt signalisiert charttechnisch interessierten Anlegern den kurzfristigen Trend.

Für den Finanzinvestor Permira ist die bisherige Börsengeschichte dennoch ein großer Erfolg. Permira hatte das Unternehmen Jahre zuvor für 870 Millionen Euro gekauft. Teamviewer ist an der Börse aktuell mehr als 5,5 Milliarden Euro wert. Der Investor hatte in der Vergangenheit immer wieder Anteile zu Geld gemacht und hält momentan noch rund 20 Prozent an Teamviewer.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Ähnlich wie die Anleger zeigten sich auch die Analysten von den Geschäftszahlen zum zweiten Quartal überwiegend enttäuscht. UBS-Analyst Hannes Leitner sprach von schmerzlich verfehlten Erwartungen. Die Kursziele für die Teamviewer-Aktie wurden reihenweise gekürzt. Gleichzeitig rät die eindeutige Mehrheit der von dpa-AFX erfassten Experten aber weiterhin zum Kauf der Aktie. Den Verkauf empfiehlt niemand, es gibt allerdings auch kritische Stimmen.

So seien bei Teamviewer Fragen bezüglich des in Aussicht gestellten Wachstumsprofils aufgekommen, stellt James Goodman von der britischen Investmentbank Barclays fest. Er empfiehlt die Aktie zu halten und gibt mit 29 Euro das derzeit niedrigste Kursziel aus. DZ-Bank-Analyst Armin Kremser glaubt zudem, dass Teamviewer das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen muss.

Die Enttäuschung im zweiten Quartal schiebt Andreas Wolf von der Investmentbank Warburg Research auf einen vorübergehenden Effekt, da Kunden ihre im Zuge der Corona-Krise abgeschlossenen Lizenzen derzeit zurechtrückten. Deutsche-Bank-Analyst Gianmarco Conti verweist darauf, dass die Kunden nun verstärkt die Preise verhandeln, was im vergangenen Jahr noch nicht der Fall gewesen sei.

Der jüngste Kursrutsch geht einigen Fachleuten aber zu weit. Sherri Malek von der kanadischen Bank RBC hält die Teamviewer-Aktie nun für deutlich unterbewertet. Sie sieht den fundamentalen Wert bei satten 60 Euro, also noch über dem vor gut einem Jahr aufgestellten Rekordhoch. Für eine Kursaufwertung müsse jedoch das Wachstum im zweiten Halbjahr auch der Unternehmensprognose entsprechen.

Allgemein liegt der Fokus nun also auf dem restlichen Jahresverlauf. Dank der jüngsten Aufstockung des Personals dürfte die Produktivität von Teamviewer dann wieder an Dynamik gewinnen, glaubt Berenberg-Analyst Gustav Froberg. Mohammed Moawalla von der US-Investmentbank Goldman Sachs rechnet außerdem mit einer Belebung der Auftragslage des Softwareanbieters. Allerdings dürfte aus seiner Sicht die Aktie kurzfristig volatil bleiben.

@ dpa.de