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Deutsche Pfandbriefbank, DE0008019001

GARCHING - Bei der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) lief es zuletzt rund - wegen der vielen wirtschaftlichen Risiken rechnet der Finanzierer von gewerblichen Immobilien aber mit schwereren Zeiten.

29.11.2019 - 10:35:25

PFANDBRIEFBANK IM FOKUS: Börsen-Höhenflug trotz vorsichtigem Ausblick. Die Sorge vor einer Konjunkturflaute und daraus folgenden steigenden Kreditausfällen treibt den Vorstand um. An der Börse ist von der Vorsicht bisher noch nichts zu spüren - die Aktie befindet sich seit Monaten auf einem Höhenflug. Ein Blick ins Unternehmen, auf die Analysten und die Aktie.

und die meisten anderen Bank-Aktien.

Mit der jüngsten Rally rückt auch wieder das Hoch von 15,50 Euro aus dem Januar 2018 in Blickweite - nach diesem war das Papier unter anderem wegen es scharfen Wettbewerbs unter den Gewerbeimmobilienfinanzierern unter Druck geraten und bis auf Kurse unter der Marke von 9 Euro gefallen.

Nach dem Kursanstieg der vergangenen Monate ist die Bank an der Börse zirka 1,85 Milliarden Euro wert. Damit gehört das Unternehmen aber immer noch zu den Leichtgewichten im MDax - immerhin konnte sie die rote Laterne in der Rangliste der Börsenbewertung an die Konkurrentin Aareal Bank , deren Marktkapitalisierung seit Jahresbeginn nur leicht auf knapp 1,7 Milliarden Euro gestiegen ist.

Die Deutsche Pfandbriefbank ist aus der in der Finanzkrise notverstaatlichten Skandalbank Hypo Real Estate hervorgegangen und wurde im Sommer 2015 vom Staat zurück an die Börse gebracht. Dieser hatte die Papiere damals für 10,75 Euro das Stück platziert und dabei rund 1,2 Milliarden Euro eingenommen.

Bis zum Frühjahr 2018 hatte der Bund noch ein Fünftel der Anteile gehalten, sich aber im Mai vom Großteil seiner Aktien getrennt. Derzeit hält der Bund noch 3,5 Prozent an der Bank. Einen Teil der Papiere hat die RAG-Stiftung übernommen, die jetzt 4,5 Prozent der Anteile besitzt.

WAS DIE ANALYSTEN SAGEN:

Viele Experten sprechen auch nach dem Kursanstieg infolge der Quartalszahlen Kaufempfehlungen aus. Vergangene Woche wurde es aber einer weniger. Philipp Häßler von Pareto Securities, der das Papier Ende 2018 mit einem Kursziel von 13,40 Euro mit "Buy" einstufte, nahm diese Empfehlung nach dem Erreichen des Kursziels zurück.

Die Papiere des Immobilienfinanzierers hätten die ihres direkten Wettwerbers Aareal Bank im laufenden Jahr deutlich abgehängt. Er vermisst nun weitere Kurstreiber und hält die Aktien für fair bewertet. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux bestätigte dagegen jüngst ihre "Buy"-Einstufung und hob das Kursziel nach Bekanntgabe der Quartalszahlen von 14,50 auf 15,00 Euro an.

Nach dem starken dritten Quartal blickt Kepler-Cheuvreux-Analyst Tobias Lukesch zuversichtlicher auf den weiteren Geschäftsverlauf, er hob seine Prognosen an. Er lobte die attraktive Dividendenrendite der Papiere und ging von einem wachsenden Nettozinsertrag im kommenden Jahr aus. Lukesch erwartet zudem, dass die Pfandbriefbank sich auch 2020 günstig refinanzieren können wird.

Von den zehn bei Bloomberg erfassten Experten haben derzeit fünf eine "Buy"-Einstufung, vier eine "Hold"-Empfehlung, und mit dem Bankhaus Metzler gibt es eine Verkaufs-Empfehlung. Metzler-Experte Jochen Schmitt erhöhte zwar das Kursziel von 8,80 Euro auf 10,50 Euro - dieses liegt aber immer noch fast ein Viertel unter dem aktuellen Niveau. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwas über 13 Euro und ist damit ebenfalls niedriger als der derzeitige Kurs.

@ dpa.de