Teamviewer, DE000A2YN900

FRANKFURT - Vereinzelte Profiteure der Corona-Pandemie sind am Dienstag am deutschen Aktienmarkt unter Druck geraten.

15.12.2021 - 16:37:03

AKTIEN IM FOKUS: Corona-Profiteure nicht angesagt. So verloren im Dax fielen die Anteile von Teamviewer um 3,5 Prozent - sie hatten einst ebenfalls als Profiteur der Corona-Krise gegolten.

und Moderna noch nicht als verwendet gemeldet. Und mit Stand von Dienstag sollen in den beiden Wochen vom 20. und vom 27. Dezember insgesamt 22 Millionen weitere Dosen nachkommen.

Dazu, wie es 2022 weitergeht, hielt sich das Ministerium mit Verweis auf noch laufende Klärungen vorerst komplett bedeckt. Vom wichtigsten Lieferanten Biontech sollen - nach bisheriger Planung - in der ersten Jahreshälfte jeden Monat 12 Millionen Dosen kommen, aufgeteilt auf Erwachsenen- und Kinderimpfstoff. Ex-Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sagte im Sender TV-Phoenix, er gehe davon aus, dass von den Lieferungen im alten Jahr "noch etwas ist, was Anfang nächsten Jahres auch genutzt werden kann". Wenn es hohe Impfbereitschaft gebe, müsse mit den Unternehmen geredet werden, um mehr Impfstoff zu bekommen.

Tatsächlich läuft die lange stockende Impfkampagne auf Rekordtempo von zuletzt mehr als sechs Millionen Impfungen in einer Woche. Um ein ähnliches Niveau zu halten, könnte also mehr Nachschub erforderlich sein als gedacht. Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, nannte die Nachricht von Impfstoffmangel da ein "fatales Signal" an alle im vollen Pandemie-Einsatz. Nötig seien Transparenz und vor allem ganz schnell genug Impfstoffe. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte Lauterbach auf, die Fakten sofort auf den Tisch zu legen. Der Vorwurf, er betreibe parteipolitische Schachzüge, schade der Impfkampagne, sagte Vorstand Eugen Brysch.

Neuer Streit kochte aber umgehend hoch. "Statt verantwortungsvoll vorzusorgen, hinterlässt die Vorgängerregierung leere Vorratslager", sagte die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus. Dabei habe Spahn immer betont, dass genügend Impfstoff vorhanden sei. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nannte den von Lauterbach festgestellten Mangel im ZDF "schwer irritierend". Die Vorgänger im Gesundheitsministerium hätten da offensichtlich "nicht klar Schiff gemacht".

Für die Union sprang der neue gesundheitspolitische Sprecher Tino Sorge (CDU) in die Bresche. "Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen - obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt", monierte er in einem Schreiben an seine Fraktionskollegen, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zuerst berichteten die "Welt" und der "Spiegel" darüber. Ein Blick auf die Fakten zeige, dass dies "ein durchsichtiges politisches Manöver ist, um die SPD von der Großen Koalition abzusetzen", kritisierte Sorge. Spahn habe eine Reihe von Beschleunigungsmaßnahmen für die Impfungen ergriffen.

Im ersten Quartal 2022 seien bereits mehr als 16 Millionen Dosen von Biontech und Moderna pro Monat zu erwarten, erläuterte Sorge. Dies sei auch genug, um bei gut zwölf Millionen ungeimpften Erwachsenen noch Erst- und Zweitimpfungen machen zu können. Dass auch kurzfristig mehr Nachschub zu organisieren ist, hatte Spahn im Dezember noch selbst gezeigt - etwa mit vorgezogenen Lieferungen der Hersteller oder der Übernahme von Dosen, die andere EU-Staaten gerade nicht nutzen können. Lauterbach will sein Vorgehen am Donnerstag in der Bundespressekonferenz erläutern.

@ dpa.de