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FRANKFURT - Nebenwerte führen zumeist ein Schattendasein am Aktienmarkt.

12.06.2018 - 16:02:24

NEBENWERTE IM FOKUS: Robuste Firmen hieven SDax auf Rekordhoch. Dabei stieg der deutsche Kleinwerteindex SDax am Dienstag auf ein Rekordhoch von gut 12 701 Punkten, während die beiden größeren Brüder MDax und Dax noch ein gutes Stück von ihren Ende Januar erreichten Höchstständen entfernt sind. Auch das US-Pendant des SDax, der Russell 2000, schwang sich zuletzt zu immer neuen Höhen auf.

und zum S&P 500 zeigt. Zu den Überfliegern im Nebenwerte-Index zählen die Aktien von Intelsat, die sich allein im Zeitraum von Ende Dezember bis heute in etwa vervierfacht haben. Der Satellitenbetreiber profitiert vom weltweiten Mobilfunkboom. Immerhin fast viermal so teuer wie noch zu Jahresbeginn sind die Papiere des Uhren- und Taschenherstellers Fossil , der zuletzt von überraschend hohen Umsätze im wichtigen Weihnachtsquartal profitiert hatte.

Im SDax sind derweil sowohl typische Mittelständler wie der Autovermieter Sixt oder der Leasingspezialist Grenke als auch Unternehmen wie der Schienenlogistiker VTG vertreten, die durch Übernahmen wachsen und zuletzt beständig gute Zahlen präsentierten. Zudem punkten laut dem Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft MB Fund, Thilo Müller, Firmen wie der Online-Händler für Heimtierbedarf Zooplus mit neuartigen Geschäftsmodellen.

DAS SAGEN EXPERTEN:

Für Portfolio-Manager Björn Glück vom Vermögensverwalter Lupus Alpha kommt der Erfolg der kleinen Unternehmen nicht von ungefähr: Im SDax spielten exportorientierte Firmen eine weit geringere Rolle als Unternehmen, die vom Binnenkonsum abhängen. Für die Indexentwicklung sei das ein Vorteil, denn letztere sind Glück zufolge in der vermutlichen Spätphase der Aufwärtsbewegung am Aktienmarkt gefragter als sehr zyklische Werte. Auch generell sollte der SDax konjunkturell etwas robuster aufgestellt sein, weil die Nebenwerte weniger stark vom Marktzyklus abhingen als die Standardaktien.

Ebenfalls gute Nachrichten gibt es für die Dividendenfreunde unter den Nebenwerte-Anlegern. So verteilen die im SDax vertretenen Unternehmen 2018 deutlich mehr Geld an ihre Aktionäre als noch im Vorjahr. Das Plus resultiert einer Studie des Institute for Strategic Finance der Essener Hochschule für Oekonomie und Management zufolge nicht nur aus den Sonderausschüttungen des Großzahlers Sixt oder dem Dividenden-Debüt der Container-Reederei Hapag-Lloyd . Auch in der Breite stimme der Trend.

Nicholas Colas vom Analysehaus DataTrek Research glaubt derweil nicht, dass die Nebenwerte weiter die Standardaktien schlagen werden. Zwar stimme es schon, dass zum Beispiel eine Eskalation der internationalen Handelskonflikte kleinere Unternehmen weniger stark treffen dürfte, sagte er jüngst dem Anlegermagazin Barron's. Allerdings verfügten sie auch nicht über die Größen- und Verbundvorteile, die den Konzernen Vorteile in Einkauf, Produktion und Vertrieb verschafften.

@ dpa.de

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