Analyse, Empfehlungen

FRANKFURT - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag wie erwartet ihre Zinsen nicht angetastet.

13.09.2018 - 16:34:24

Ökonomen-Stimmen zur EZB-Zinssitzung. Sie bestätigte ihre Entscheidungen, die monatlichen Anleihekäufe im Oktober zu halbieren.

Uwe Burkert, Chefvolkswirt und Leiter LBBW Research:

"Draghis Statement ist ziemlich überraschungsfrei. Das Meiste kennt man ja noch vom letzten Mal. (...) Besser wäre aber, schon auf der kommenden Sitzung die Märkte vorzubereiten. Sobald das geklärt ist, wird man sich wieder der Frage zuwenden, wann denn nun endlich der erste Zinsschritt ansteht. Unser Tipp: Nicht vor Mitte des kommenden Jahres."

Ralf Umlauf, Landesbank Hessen-Thüringen:

"Unabhängig davon haben es die Währungshüter nicht eilig mit der Zinswende, die frühestens im Herbst nächsten Jahres zu erwarten ist. Dies dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass der Anstieg der Verbraucherpreise - insbesondere mit Blick auf die Kernteuerung - noch nicht zufriedenstellen ist und sich die konjunkturelle Dynamik abgeschwächt hat."

Johannes Müller, Head Macro Research DWS:

"Die EZB bleibt auf der vorsichtigen Seite und will keinen Fehler machen: Es gab keinen offiziellen Beschluss, die Nettoankäufe ab Dezember 2018 zu beenden. Stattdessen hält sich der EZB-Rat ein Hintertürchen offen, indem er weiterhin betont, dass die wirtschaftlichen Daten im Einklang mit der von der EZB zu erwartenden Inflationsentwicklung stehen müssen, um ein Ende der Ankäufe zu beschließen. Dennoch ist die Entscheidung nur aufgeschoben, denn der wirtschaftliche Ausblick bleibt solide, stützt sich auf viele Regionen und die Deflationsgefahren sind gebannt."

Jens Kramer, Analyst bei der NordLB:

"Die EZB hat auf ihrer heutigen Ratssitzung wie erwartet keine Anpassungen ihres geldpolitischen Instrumentariums vorgenommen. Die Projektionen mit Blick auf das Wirtschaftswachstum wurden leicht nach unten revidiert, was den zunehmenden Abwärtsrisiken Rechnung trägt. Gleichzeitig äußerte sich Mario Draghi aber zuversichtlicher, dass die Inflationsrate auch perspektivisch und nachhaltig wieder in den Zielbereich von nahe zwei Prozent zurückgeführt werden kann. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die EZB wahrscheinlich im September nächsten Jahres und damit noch kurz vor dem Wechsel an der Spitze der Notenbank den Satz für die Einlagefazilität adjustieren wird. Dies wäre der von Mario Draghi gesetzte Schlussakkord in seiner nicht unumstrittenen Schaffensphase."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP-Bank:

"Mario Draghi ließ heute keine Nervosität erkennen. Das macht einmal mehr deutlich, dass die Notenbanker an ihrem Fahrplan festhalten wollen. Letztlich gibt es auch nur schwerlich Alternativen, denn die Knappheitsproblematik im Bereich von deutschen Bundesanleihen macht einen Stopp der Wertpapierkäufe erforderlich."

@ dpa.de

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