DEUTSCHE BANK AG, DE0005140008

FRANKFURT - Die Deutsche Bank hat ihre Anleger am Freitag bereits zum zweiten Mal in dem noch jungen Jahr verschreckt.

02.02.2018 - 13:50:24

AKTIE IM FOKUS: Deutsche Bank vergrätzt Anleger mit hohen Kosten. Nachdem das größte Geldinstitut des Landes Anfang Januar vor Verlusten im abgelaufenen Jahr gewarnt hatte, verärgern nun höher als geplante Kosten für dieses Jahr die Investoren.

noch ein Minus von 4,45 Prozent auf 14,13 Euro zu Buche.

Mit inzwischen rund 12 Prozent Verlust sind sie aktuell der schwächste Dax-Wert des neuen Jahres - noch vor RWE und Eon , die zwischen 8 und 9 Prozent eingebüßt haben.

Auch unter ihren europäischen Wettbewerbern bildet die Deutsche Bank damit das Schlusslicht - keine einzige andere Bankaktie kommt auf einen prozentual zweistelligen Verlust. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks zog seit Jahresbeginn sogar um knapp 4 Prozent an. Genauso gut entwickelte sich die Aktie des kleineren heimischen Rivalen Commerzbank.

Zahlreiche Analysten, wie etwa die von Goldman Sachs, Morgan Stanley oder Exane BNP Paribas, bemängelten vor allem die nun 1 Milliarde höhere Kostenprognose des Managements für das laufende Jahr von 23 Milliarden Euro. "Das Finanzinstitut benötigt ein weiteres Umbaujahr", schlussfolgerte JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein daraus. Wie er nach der Gewinnwarnung der Deutschen Bank am 5. Januar geschrieben habe, wäre die Bestätigung des Kostenziels von 22 Milliarden Euro für 2018 für ihn der Schlüssel zur Trendwende in der Gewinnentwicklung gewesen. "Aber das Management hat seine Kostenprognose angehoben", kritisierte er.

Analyst Jeremy Sigee von Exane betonte ebenfalls: "Die Deutsche Bank hatte Anfang Januar eine Gewinnwarnung veröffentlicht, aber die Verluste sind letztlich heftiger ausgefallen als signalisiert." Das Management habe erneut die positive Zinssensibilität der Bank betont und nun auch etwas höher als bisher in Aussicht gestellte Erträge für 2018 prognostiziert, aber zugleich sei auch vor höheren Kreditkosten und Kosten für Rechtsstreitigkeiten gewarnt worden.

Am Morgen hatte die Deutsche Bank bekanntgegeben, wie hoch der Verlust im vergangenen Jahr war: eine halbe Milliarde Euro. Es ist das nunmehr dritte Verlustjahr unter dem Sanierer John Cryan. 2015 war ein Rekordminus von rund 6,8 Milliarden Euro aufgelaufen, 2016 summierte sich das Minus auf 1,4 Milliarden Euro. Vor allem teure Rechtsstreitigkeiten hatten in den vorangegangenen Jahren belastet. Im abgelaufenen Jahr hatten vor allem die neuen Steuergesetze in den USA belastet.

@ dpa.de

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