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BAYER AG, DE000BAY0017

FRANKFURT - Die Aussicht auf einen möglichen Vergleich in den Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat hat die jüngste Erholungsrally der Aktien von Bayer am Freitag weiter befeuert.

09.08.2019 - 11:30:25

AKTIE IM FOKUS 2: Hoffnung auf Vergleich beflügelt die Bayer-Aktien weiter. Nach Kursgewinnen von gut 6 Prozent zur Wochenmitte und knapp 7 Prozent am Donnerstag schnellten die Papiere des Pharma- und Agrarchemiekonzerns nun um zuletzt fast 6 Prozent auf 66,57 Euro in die Höhe. Damit waren sie am Freitag der mit Abstand beste Wert im wieder schwächelnden deutschen Leitindex Dax .

Zwischenzeitlich hatten die Anteilsscheine von Bayer um gut 11 Prozent auf rund 70 Euro angezogen. Damit hatten sie den höchsten Stand seit Anfang März erreicht.

Grund für den Kurssprung war eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person, wonach die Leverkusener eine Zahlung von bis zu 8 Milliarden US-Dollar (7,15 Milliarden Euro) vorschlagen, um die Klagen der zuletzt 18 400 Kläger beizulegen. Ein Bayer-Sprecher wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Der Fachmann Gunther Zechmann vom US-Analysehaus Bernstein Research sprach von einem Schritt in die richtige Richtung. Zechmann befürwortet eine Einigung, die den Unsicherheitsabschlag von den Aktien nehmen und eine saubere Aufteilung von Bayer ermöglichen würde. Alles unter 30 Milliarden Dollar wäre positiv für den Aktienkurs.

Die von Bloomberg genannten 8 Milliarden Dollar wären deutlich weniger als viele Analysten, die ohnehin mit einem Vergleich rechnen, zuletzt auf dem Zettel hatten. Analyst Markus Mayer von der Baader Bank etwa ging zuletzt davon aus, dass einige Einigung im Bereich um die 15 bis 20 Milliarden Euro (16,7 bis 22,3 Mrd Dollar) positiv für den Aktienkurs wäre.

Analyst Michael Leacock von der Bank Mainfirst hatte zuletzt mit einer Summe von etwa 10 Milliarden Euro kalkuliert, zu der noch circa 1 Milliarde Euro wegen Rechtskosten hinzuzurechnen wären. Allerdings könnte in einem gewissen Maße Versicherungsschutz für diese Rechtsrisiken bestehen, so dass die zu zahlende Summe unter dem Strich geringer ausfallen könnte. Zudem seien Vergleichskosten steuerlich absetzbar.

Bereits am Donnerstag hatten die Bayer-Aktien von der Nachricht profitiert, dass die Leverkusener Insidern zufolge schon bald den nächsten großen Spartenverkauf ankündigen könnten. Der Pharmakonzern arbeite mit Elanco Animal Health an einem Deal zum Verkauf des Geschäfts mit Tiermedizin, berichtete Bloomberg ebenfalls unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Und schon am Mittwoch hatten die Anteilsscheine unter anderem sehr positiv auf die Vertagung eines für August angesetzten Glyphosat-Prozesses reagiert, die bereits als Hinweis auf fortschreitende Vergleichsverhandlungen interpretiert worden war. Hinzu kam der überraschend hohe Verkaufspreis für den Anteil am Chemiepark-Betreiber Currenta. Angesichts dieser jüngsten Nachrichten haben sich einem Börsianer zufolge Anleger, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hätten, zu Zukäufen gezwungen gesehen, um ihre Verluste zu begrenzen.

Auch charttechnisch sieht das Bild aktuell positiv aus für die Bayer-Aktien: Die Papiere hatten bereits am Mittwoch sowohl die 21-Tage- als auch die 50-Tage-Linie überwunden, die als Indikatoren für den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend gelten.

Am Freitag nun durchbrachen die Anteilsscheine auch die 200-Tage-Linie deutlicher, die den langfristigen Trend vorgibt. Sie ist aber aktuell noch abwärts gerichtet. Und trotz der jüngsten Aktienkurserholung notieren die Papiere immer noch knapp 29 Prozent tiefer als vor der ersten Prozessschlappe wegen Glyphosat vor einem Jahr./la/mis/nas

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@ dpa.de

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