HEIDELBERGCEMENT AG, DE0006047004

FRANKFURT - Bernd Scheifele, Chef des Baustoffkonzerns HeidelbergCement , hat auf dem Kapitalmarkttag am vergangenen Dienstag seine Vision 2020 vorgestellt.

14.06.2018 - 15:53:24

HEIDELBERGCEMENT IM FOKUS: Neue Ziele zwischen Licht und Schatten. Der langjährige Unternehmenslenker nutzte die Gelegenheit und gab neue Mittelfristziele vor, wobei er nun etwa in Sachen Ergebnis vorsichtiger formuliert als bisher. Skeptische Stimmen erntete er zuletzt aber nicht nur deshalb. Was im Unternehmen los ist, was die Aktie macht und was Experten dazu sagen.

hinkt das Papier dem Leitindex hinterher - vor allem 2018 ist der Wurm drin.

Seit Jahresbeginn hat das HeidelbergCement-Papier rund 15 Prozent eingebüßt. Seit dem Zwischenhoch bei 96,16 Euro im Januar verlor das Papier sogar ein Fünftel an Wert. Waren die Aussagen zum Kapitalmarkttag zunächst von den Aktionären noch begrüßt worden, hat sich inzwischen Ernüchterung ob der neuen Ziele breit gemacht.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Die meisten der von dpa-AFX beobachteten Analysten sehen in der Aktie aktuell reichlich Kurspotenzial. Im Mittel liegt das Kursziel bei knapp 92 Euro - bei einem aktuellen Kurs von knapp 77 Euro. 17 Experten haben in diesem Jahr bereits ihre Einschätzung auf den aktuellen Stand gebracht, mit 10 von ihnen empfiehlt der überwiegende Teil das Papier zum Kauf. Die übrigen raten Anlegern, in Wartestellung zu bleiben und die Aktie weiter im Depot zu halten. Kein einziger Analyst aber votiert für Verkaufen.

Der Kapitalmarkttag an diesem Dienstag hat für große Resonanz unter den Analysten gesorgt. Viele sahen in den Aussagen aber Licht und Schatten, wie etwa Sven Diermeier von Independent Research es formulierte, und senkten ihre Kursziele. Auch SocGen-Branchenexperte Manish Beria äußerte Zweifel. Seiner Meinung nach hat HeidelbergCement das mittelfristige Gewinnziel zwar auf ein realistischeres Niveau gesenkt. Den in Aussicht gestellten Barmittelfluss und die steigenden Ausschüttungen hält er aber für zu ambitioniert.

Nach den zunächst für das kommende Jahr als Ebitda avisierten mehr als 5 Milliarden Euro impliziere die neue Prognose selbst für 2020 nur ein Wachstum auf 3,8 Milliarden Euro, rechnete Independent-Experte Diermeier vor. Zudem habe HeidelbergCement etwa frühere Umsatzziele gar nicht wiederholt und auch die implizierte Ausschüttungsquote an die Aktionäre falle nun niedriger aus als bisher veranschlagt. Die Senkung eines Großteils der bisherigen Ziele sei zwar für ihn erwartungsgemäß gekommen, als Treiber für die Aktie taugen in seinen Augen die nun in Aussicht gestellten Ergebnis- und Ausschüttungsziele aber nicht.

Einer der größten Optimisten bleibt Phil Roseberg vom Analysehaus Bernstein Research. Er traut der Aktie noch immer ein Kurspotenzial bis auf 104 Euro zu und hält die Ergebnisprognose womöglich für untertrieben: Denn die erhoffte Erholung im Indonesien-Geschäft sei vermutlich nicht berücksichtigt.

@ dpa.de