TATA STEEL LTD, INE081A01012

ESSEN - Nach dem Abgang des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger ist die Zukunft von Thyssenkrupp ungewiss.

12.07.2018 - 14:16:24

THYSSENKRUPP IM FOKUS: Führungskrise befeuert Ungewissheit über Zukunft. Der dringend nötige, bereits seit Jahren andauernde Umbau des Konzerns droht nun zur Hängepartie zu werden. Am Ende könnte Thyssenkrupp filetiert werden - ganz im Sinne von Aktionären wie den Finanzinvestoren Cevian oder Elliott. Was beim Unternehmen los ist, was die Analysten sagen und wie es für die Aktie läuft.

bei der Suche nicht zu viel Zeit verlieren. Der Aufsichtsrat sei gut beraten mit der raschen Ernennung eines neuen Vorstandsvorsitzenden, der schnell verfügbar sei. Entscheidend für das Unternehmen sei, wie flott die Restrukturierung voranschreite, da sie in einem zyklischen Abschwung wesentlich schwerer zu bewerkstelligen wäre.

Die wesentlichsten Herausforderungen für Hiesingers Nachfolger sind laut Commerzbank-Experte Ingo Schachel die weitere Straffung der Struktur und des Portfolios sowie Maßnahmen, um den freien Mittelzufluss und die Profitabilität zu verbessern. Vor allem im schwierigen Geschäftsbereich Industrial Solutions, der Planung, Bau und Dienstleistungen rund um industrielle Anlagen und Systeme anbietet, müsse eine Verbesserung vorangetrieben werden, forderte er.

Die schwierige Aktionärs-Konstellation mit der Krupp-Stiftung auf der einen und den Finanzinvestoren Cevian und Elliott auf der anderen Seite könnte dabei durchaus ein Hindernis bei den Bemühungen des Aufsichtsrats sein, einen adäquaten Nachfolger für Hiesinger zu finden. Das glaubt zumindest Analyst Rochus Brauneiser von Kepler Chevreux. Die Spekulationen, dass die Vorsitzende der Krupp-Stiftung Hiesinger ihre Unterstützung entzogen habe, dürfte die Suche erschweren und die Diskussionen um eine Aufspaltung anfeuern, schrieb er in einer Studie.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Seit rund zwei Jahren dümpelt die Aktie von Thyssenkrupp in einer Spanne zwischen 20 und 27 Euro vor sich hin. Nach dem Einbruch der Stahlpreise konnte sie sich zwar dank der vereinbarten Fusion mit Tata erholen. Die Anleger blieben aber angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung der neuen Strategie vorsichtig und warteten ab. Ein Kursfeuerwerk nach Bekanntwerden des Abgangs Hiesingers verpuffte schnell. Nun notiert die Aktie wieder knapp unter 21 Euro.

Damit ist die Aktie aus Analystensicht erheblich unterbewertet. So liegt etwa das Kursziel der Credit Suisse bei 28 Euro, Kepler Chevreux und die Citigroup haben 26 Euro aufgerufen. Das Analysehaus Jefferies notiert sogar 33 Euro. Der niedrige Aktienkurs ist auch ein Kritikpunkt Cevians. Mitgründer Förberg hatte nach der Stahl-Einigung erklärt: "Wenn die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen und in bester Qualität umgesetzt werden, könnte Thyssenkrupp mit einem Wert von 50 Euro je Aktie und nicht wie zur Zeit, um die 21 Euro bewertet werden."

@ dpa.de