Hellofresh, DE000A161408

BERLIN - Seit knapp zehn Jahren versendet Hellofresh Kochboxen an seine Kunden.

01.11.2021 - 08:33:30

HELLOFRESH IM FOKUS: Kochboxen-Versender mit Stotterstart im Dax. Anfangs nur in Deutschland, expandierte der Berliner Konzern in den Folgejahren schnell in Europa und auch nach Übersee. Und das nächste Ziel steht bereits fest. Hierzulande ist der Vorstand unterdessen mit einem anderen Thema beschäftigt. An der Börse tut sich das Unternehmen nach einem monatelangen Höhenflug schwer und das just seit dem Aufstieg in den Dax . Was bei Hellofresh los ist, was die Aktie macht und was Analysten sagen.

in den Dax aufgestiegen ist. Seit dem Aufstieg in den deutschen Leitindex ist die Aktie der mit Abstand schwächste Standardwert hierzulande.

Kursabschläge nach dem Aufstieg in den Dax gibt es oft. Meistens tun sich die neuen Unternehmen schwer an den Höhenflug der Monate davor, der das Papier ja oft erst in den Leitindex gebracht hat, anzuknüpfen. So schnitten Dax-Aufsteiger in den vergangenen Jahren in den ersten Wochen und Monaten immer wieder schlechter ab als der Index. Aber ein Abschlag in dieser Höhe bei gleichzeitig stabilem Dax ist ungewöhnlich.

Seit Jahresbeginn können sich die Aktionäre trotz der jüngsten Verluste noch über ein Plus von elf Prozent freuen - damit bleiben die Papiere aber deutlich hinter der Entwicklung des Dax und vieler deutscher Standardwerte zurück. Ganz anders sieht es mittelfristig aus. Seit dem holprig verlaufenen Börsengang im November 2017 stieg der Börsenwert des Konzerns um fast 600 Prozent auf zuletzt etwas mehr als zwölf Milliarden Euro.

Dabei war das Papier in den ersten Monat der Börsennotiz gar nicht gefragt. Im Gegenteil: Das Papier stürzte bis Ende 2018 bis auf 5,825 Euro ab. Doch von diesem Tief konnte sich das Papier bis Anfang 2020 peu à peu erholen und kletterte über die Marke von 20 Euro - und dann kam Corona. Die Pandemie und der damit verbundene Boom von Produkten, die zu Hause konsumiert werden, trieben dann den Kurs bis Ende August von einem Rekord zum nächsten.

Seit dem Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 zog der Kurs der Hellofresh-Aktie um mehr als 220 Prozent an. Damit zählt das Papier zu den großen Gewinnern der Corona-Pandemie am Aktienmarkt. Im Dax und MDax konnte in diesem Zeitraum nur Zooplus mehr zulegen. Die Kursrally brachte den Aufstieg in den MDax im März 2020 und dann in diesem September den Einzug in den auf 40 Werte erweiterten Dax.

DAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Zwei Drittel der sechs seit Oktober von dpa-AFX erfassten Analysten denken, Anleger sollten bei Hellofresh-Aktien zugreifen. Jeweils ein Experte rät zum Halten und einer zum Verkaufen von Scheinen des Unternehmens. Dabei liegt das durchschnittliche Kursziel bei knapp 90 Euro. Das ist fast 30 Prozent mehr, als derzeit für das Papier bezahlt wird.

Zuletzt rechneten von Hellofresh eigens befragte Analysten für das dritte Quartal durchschnittlich mit einem Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahreswert wäre das ein Plus von gut einem Drittel. Vom Gruppenumsatz soll ein weiteres Mal mehr als die Hälfte aus den USA kommen, dem mit Abstand wichtigstem Markt für das Unternehmen.

Allerdings rechnen die Experten damit, dass der Konzern operativ deutlich weniger Gewinn machen wird. So soll das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nur bei 87,5 Millionen Euro liegen und damit ungefähr ein Viertel niedriger sein als noch im Vorjahresquartal.

Ungeachtet dessen scheinen die Analysten größtenteils voller Lob für den Konzern. Bei Hellofresh handele es sich um ein Unternehmen, das um jährlich mehr als 50 Prozent wachse, einen positiven Barmittelzufluss (Cashflow) aufweise und über Barmittel in Höhe von einer Milliarde Euro in der Bilanz verfüge. Daher sollte der Vorstand nach weiteren Möglichkeiten für hohe Renditeinvestments suchen, schrieb zuletzt Jefferies-Analyst Sebastian Patulea.

Expertin Sarah Simon von der Privatbank Berenberg schrieb, dass Sorgen von Investoren mit Blick auf das dritte Quartal nicht angebracht seien. Zwar dürfte sich bei dem Kochboxenlieferanten eine gewisse saisonale Normalisierung einstellen, dennoch sollte der Corona-Gewinner einigen unvorhergesehenen covid- und wetterbedingten Ereignissen getrotzt haben und in dem Jahresviertel besser abgeschnitten haben als gedacht.

Analystin Nizla Naizer von der Deutschen Bank fasste zusammen: Die Story ist weiter überzeugend und Hellofresh dürfte weiter sein Wachstum beibehalten. Doch es gibt auch Zweifel am Konzern, etwa von Seiten des US-Analysehauses Bernstein Research: Gegen die Hellofresh-Aktie spreche unter anderem die mangelnde Preisdurchsetzungsmacht in einem inflationären Umfeld, schrieb zuletzt Analyst William Woods. Zudem belaste die Kostenentwicklung in der Logistik.

@ dpa.de

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