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AKTIE IM FOKUS 2: Offerte für Stada besser als erhofft - Aktie auf Rekordhoch

10.04.2017 - 18:23:24

FRANKFURT - Der lange Atem vieler Aktionäre des Pharmakonzerns Stada scheint sich endlich auszuzahlen. Das seit Jahren immer mal wieder mit Übernahmespekulationen im Fokus stehende Unternehmen ist grundsätzlich bereit, einer Offerte der Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven zuzustimmen. Sie bieten 65,28 Euro je Aktie plus eine Dividende von 0,72 Euro.

Der Stada-Kurs schnellte am Montag in der Spitze bis auf 64,95 Euro hoch. Mehr hatten die Papiere noch nie gekostet. Zum Handelsschluss standen sie 10,64 Prozent höher bei 64,45 Euro. Damit waren sie der unangefochtene Spitzenwert im Index der mittelgroßen Werte MDax , der mit minus 0,02 Prozent per Saldo kaum vom Fleck kam.

Das Angebot von Bain und Cinven sei das "attraktivste" gewesen, sagte Stada-Chef Matthias Wiedenfels. Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Oetker nannte es "das beste Gesamtpaket". Die nun insgesamt gebotenen 66 Euro je Aktie liegen denn auch ein gutes Stück über den zuletzt im Raum stehenden Summen. So hatte der Finanzinvestor Advent im Februar vorübergehend 58 Euro pro Aktie zuzüglich der erwarteten Dividende geboten. Das Stada-Management habe gute Arbeit geleistet und nun das Maximum für die Anteilseigner herausgeholt, hieß es vom Analysehaus S&P Global.

DEUTLICHER BEWERTUNGSAUFSCHLAG

Luft nach oben wurde am Markt zwar gesehen, aber mit deutlich mehr als 60 Euro dürften dem Vernehmen nach nur wenige Akteure gerechnet haben. So hatten einige Analysten immer wieder auf einen wegen Renditeüberlegungen begrenzteren Spielraum von Finanzinvestoren im Vergleich zu strategischen Käufern hingewiesen. Damit sind Konzerne aus der gleichen Branche gemeint, die sich vergrößern oder neue Märkte erschließen wollen.

Analyst Ulrich Huwald von Warburg Research hob nun sein Kursziel für Stada von 58,00 auf 65,28 Euro an. Es entspricht damit dem Angebot abzüglich der zu zahlenden Dividende. Huwald trägt somit der Übereinkunft aller drei Beteiligten Rechnung. Eine konkurrierende Offerte hält er für unwahrscheinlich und empfiehlt Anlegern mit seinem "Hold"-Votum, investiert zu bleiben.

Thorsten Strauß von der NordLB erhöhte sein Kursziel direkt auf den gebotenen Gesamtpreis von 66 Euro. Der aktuelle und etwas unter diesem Preis liegende Kurs lasse zwar erkennen, dass ein weiterer Interessent ein noch höheres Angebot abgeben könnte, doch hält auch Strauß dies für sehr unwahrscheinlich. Weil die Höhe des Gebotes seine Erwartungen übertreffe, sollten Anleger das Angebot innerhalb der Angebotslaufzeit annehmen. Sollte der Aktienkurs in der Zwischenzeit aber über 66 Euro steigen, empfiehlt er alternativ dazu den Verkauf der Aktien über die Börse.

ÜBERNAHMEFANTASIE SCHON LÄNGER EIN KURSTREIBER

Dagegen ist es laut Analyst Thomas Maul von der DZ Bank "mit Blick auf die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent und sonstige Unwägbarkeiten" nun an der Zeit, Gewinne mitzunehmen. Er stufte die Aktie daher von "Halten" auf "Verkaufen" ab. Das Angebot von Bain und Cinven liege deutlich über dem errechneten fairen Wert von 56,50 Euro sowie dem bisher für möglich gehaltenen optimistischsten Szenario von 60 Euro je Papier.

Mehr hatte vor der aktuellen Übernahmeofferte auch kaum ein anderer Analyst auf dem Zettel. Mit einem Kursziel von 62 Euro waren die Experten des Investmenthauses Kepler Cheuvreux am optimistischsten gewesen. Der Durchschnitt der Kurziele beziehungsweise fairen Werte der Experten im dpa-AFX Analyser hatte bei rund 59 Euro gelegen.

STARKER KURSZUWACHS SEIT AOC

Seit dem offiziellen Bekanntwerden von Interessenbekundungen Mitte Februar haben die Anteilsscheine nun schon gut 30 Prozent an Wert gewonnen. Seit Anfang Mai 2016 summiert sich das Plus nun sogar auf 74 Prozent. Damals war ein Engagement des aktivistischen Aktionärs Active Ownership Capital (AOC) bekannt geworden. Solche Investoren stehen den Unternehmensführungen eher kritisch gegenüber. Sie versuchen Druck auszuüben und die Geschicke zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

AOC brachte denn auch den ehemaligen Aufsichtsratschef Martin Abend zu Fall. Die Internationalisierung sei nicht konsequent genug vorangebracht worden, lautete ein Kritikpunkt. Außerdem verließ der langjährige Vorstandschef Hartmut Retzlaff das Unternehmen. Ein Konzernumbau wurde eingeleitet und die mittelfristigen Ziele angehoben. Das Unternehmen setzt unter anderem auf eine Produktoffensive. Schub geben sollen auch ein stärkerer Vertrieb und zusätzliche Einsparungen, etwa in Produktion und Einkauf.

@ dpa.de

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