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Ceconomy, DE0007257503

AKTIE IM FOKUS 2: Ceconomy-Aktie wegen Personalquerelen unter Druck

16.10.2019 - 18:40:24

DÜSSELDORF - Die Führungskrise beim Elektronikhändler Ceconomy (Media Markt, Saturn) hat am Mittwoch zeitweise zu einem Kurseinbruch der Aktien geführt. Bis zum Abend erholten sich die Papiere jedoch wieder etwas und schlossen mit einem Abschlag von 2,65 Prozent auf 4,99 Euro.

Der Konzern hatte am Dienstagabend überraschend angekündigt, der Aufsichtsrat werde am Donnerstag "über eine mögliche vorzeitige Beendigung der Bestellung des Vorstandsvorsitzenden, Herrn Jörn Werner, beraten". Eine Entscheidung solle noch am selben Tag fallen.

Der Analyst Volker Bosse von der Baader Bank urteilte, die Diskussion über eine Umbesetzung sei "weder für das operative Geschäft in den Filialen noch für das Ansehen der Media-Markt- und Saturn-Holding hilfreich". Gleichzeitig kritisierte Bosse grundsätzlich die bisherige Aufstellung des Konzerns: Die Holding habe ihren Sitz in Düsseldorf. Die Tochter Media-Saturn, die über 90 Prozent des Gewinns erwirtschaftet, sei dagegen in Ingolstadt beheimatet. Dadurch sei das Management der Holding zu weit weg vom Tagesgeschäft.

Werner hatte erst im März die Führung der kriselnden Ceconomy übernommen, die im vergangenen Jahr gleich mehrfach mit Gewinnwarnungen schockiert hatte. Der langjährige Konzernchef Pieter Haas und sein Finanzvorstand Mark Frese mussten deshalb ihren Hut nehmen.

Dem neuen Vorstandsvorsitzenden war es dem Vernehmen nach jedoch wohl weder gelungen, die Mitarbeiter noch das Führungsteam hinter sich zu bringen. Immer wieder gab es Berichte über Meinungsverschiedenheiten und fehlende Absprachen zwischen Werner und dem ebenfalls neuen Media-Markt-Saturn-Chef Ferran Reverter. Das "Manager Magazin" sprach sogar von einem "Kampf der Ceconomy-Sanierer".

Bei Media Markt und Saturn liefen die Geschäfte zuletzt eher schlecht. So stagnierte der Umsatz von Ceconomy im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2018/19 (April bis Juni) bei 4,6 Milliarden Euro. Im Online-Geschäft kam der Händler nach zweistelligen Wachstumsraten in den Vorquartalen nur noch auf ein Plus von 1,7 Prozent.

Dennoch läuft es für die Aktie im bisherigen Jahresverlauf gut. Im vergangenen Jahr war sie allerdings noch der größte Flop im Nebenwerte-Index SDax gewesen. 2019 ging es nun seit dem Rekordtief im Januar um rund zwei Drittel nach oben. Rückenwind bis zu einem Zwischenhoch über 6 Euro im Mai hatte dabei vor allem die Ankündigung eines Sparprogramms geliefert.

@ dpa.de