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Lang & Schwarz Aktiengesellschaft verschiebt Hauptversammlung und bildet Steuerrückstellung

24.08.2021 - 19:53:26

Lang & Schwarz Aktiengesellschaft verschiebt Hauptversammlung und bildet Steuerrückstellung. Lang & Schwarz Aktiengesellschaft verschiebt Hauptversammlung und bildet Steuerrückstellung

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DGAP-Ad-hoc: Lang & Schwarz Aktiengesellschaft / Schlagwort(e):

Gewinnwarnung/Hauptversammlung

Lang & Schwarz Aktiengesellschaft verschiebt Hauptversammlung und bildet

Steuerrückstellung

24.08.2021 / 19:49 CET/CEST

Veröffentlichung einer Insiderinformation nach Artikel 17 der Verordnung

(EU) Nr. 596/2014, übermittelt durch DGAP - ein Service der EQS Group AG.

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

Der Vorstand der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft hat heute beschlossen,

die für den 26. August 2021 anberaumte ordentliche Hauptversammlung

abzusagen. Zur Hauptversammlung wird neu eingeladen unter neuer

Tagesordnung, über die neu abzustimmen sein wird.

Grund für die Absage ist ein Zwischenbericht im Zuge einer Steuerprüfung,

die insbesondere für die Beschlussfassung über die Verwendung des

Bilanzgewinnes für das Geschäftsjahr 2020, über die vorgeschlagene

Satzungsänderung betreffend einen Aktiensplit und über die Entlastung des

Vorstandes sowie des Aufsichtsrats (Tagesordnungspunkte 2, 3, 4 und 8 der

Einladung vom 16. Juli 2021) erheblich sein kann, die jedoch denjenigen

Aktionären, die bereits die Stimmrechtsvertreterin mit der Ausübung ihres

Stimmrechts beauftragt und ihr Stimmrecht damit faktisch schon ausgeübt

haben, dabei unbekannt war.

Gegenstand der steuerlichen Prüfung ist eine Untersuchung der Geschäfte der

Lang & Schwarz Aktiengesellschaft der Geschäftsjahre 2007 bis 2011 im

Zusammenhang mit steuerstrafrechtlichen Ermittlungen, in denen die Lang &

Schwarz Aktiengesellschaft Adressatin eines Auskunfts- und

Herausgabeersuchens ist, gegen verantwortliche Personen der Lang & Schwarz

Aktiengesellschaft wegen des Verdachts unrechtmäßiger Anrechnung bzw.

Erstattung nicht gezahlter Kapitalertragsteuern und Solidaritätszuschläge

bei Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag.

Auslöser der kurzfristigen Verschiebung der Hauptversammlung ist ein am

Abend des 23. August 2021 eingegangener Zwischenbericht des Finanzamts für

Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Düsseldorf betreffend die steuerliche

Prüfung der Kapitalertragsteueranrechnung der Lang & Schwarz

Aktiengesellschaft für die Geschäftsjahre 2008 bis 2009. Die Prüfung ist

bislang nicht abgeschlossen. Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft erhält

insoweit Gelegenheit zur Stellungnahme. Für die Geschäftsjahre 2007, 2010

und 2011 liegen bislang keine vergleichbaren Zwischenberichte vor.

Nach Auffassung des Vorstandes sind die Prüfungsgegenstände der Zeiträume

2007, 2008 bis 2009 sowie 2010 bis 2011 tatsächlich und rechtlich

wesensverschieden und daher wesentlich unterschiedlich zu behandeln. Im

Einklang mit einer 2015 beanstandungsfrei abgeschlossenen

Konzernbetriebsprüfung für die Jahre 2008 bis 2010 hält der Vorstand eine

Beanstandung der Geschäfte für alle betreffenden Jahre insgesamt für

unbegründet.

Diese Beurteilung gründet zunächst auf Stellung und Funktion eines

Wertpapierhandelsunternehmens, das in einem regulierten und überwachten

Markt unter Marktgerechtigkeit, im Einklang mit der Marktübung, von

Handelsüberwachungsstelle, Börsenaufsicht und Finanzaufsicht insofern stets

unbeanstandet Wertpapierdienstleistungen erbracht hat, ohne Identität und

Umstände seiner Gegenpartei zu kennen.

Die Beurteilung gründet ferner darauf, dass nach aktuellem Kenntnisstand

keine Gesellschaft des Lang & Schwarz-Konzerns wissentlich eine

Mehrfacherstattung von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag

beantragt oder erhalten hat und dass nach Prüfung einer hinzugezogenen

Steuerkanzlei keine Absprachen mit einer Marktgegenpartei oder Depotbank

über Mehrfacherstattungen identifiziert wurden.

Gleichwohl ist möglich, dass die jeweiligen Sachverhalte und darin das

Verhalten der Lang & Schwarz Aktiengesellschaft und deren Verantwortlichen

nachträglich steuerlich anders beurteilt werden. So ist nach vorläufiger

Auswertung des Zwischenberichtes zu den Jahren 2008 bis 2009 mit dem Erlass

von Änderungsbescheiden zu rechnen, die auch bei etwaiger teilweiser

Zahlungsverjährung zu einer hohen Ergebnisbelastung wegen aller betreffenden

Jahre (2007 bis 2011) in Höhe von bis zu Euro 61 Mio. für die Lang & Schwarz

Aktiengesellschaft führen würden.

Der Vorstand hat deshalb, nach steuerlicher Beratung, im Rahmen seines

Einschätzungsspielraumes, unter Beachtung des Vorsichtsprinzips und in

Anwendung der Ansatz- und Bewertungsvorschriften beschlossen, dass wegen

etwaiger steuerlicher Änderungs-, Zahlungs- oder Haftungsbescheide eine

Rückstellung in Höhe von Euro 45 Mio. gebildet werden soll. Die Rückstellung

kann aus dem laufenden Konzerngewinn des ersten Halbjahres 2021 gebildet

werden, hat aber Auswirkungen auf die geplante Dividendenzahlung für das

Geschäftsjahr 2021 (insoweit wird auf die Veröffentlichung von

Insiderinformationen nach Artikel 17 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 vom

21. Juli 2021 verwiesen). Der Aufsichtsrat ist informiert.

Die Lang & Schwarz Aktiengesellschaft und ihre Gremien arbeiten auf eine

schnelle Klärung hin. Einzelheiten sind wegen des Steuergeheimnisses und aus

Rücksicht auf das Ermittlungsverfahren und auf betroffene Dritte nicht

offenzulegen. Der Vorstand wird zeitnah über wesentliche Entwicklungen

berichten.

24.08.2021 CET/CEST Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche

Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen.

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Sprache: Deutsch

Unternehmen: Lang & Schwarz Aktiengesellschaft

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