RTL-Reporterin, Schinkelplatz

RTL-Reporterin Liv von Boetticher im Salon Schinkelplatz: Afghanistan konnte man nicht gewinnen

Reporterin Liv von Boetticher war für ihre RTL-Doku "60 Tage Frauenhass" zwei Monate in Afghanistan unter den Taliban. Manuel Koch spricht mit der Journalistin über die Situation vor Ort - 15 Monate nach dem Abzug der USA, der NATO-Verbündeten und den dramatischen Bildern am Flughafen von Kabul. "Ab 2004 war in etwa klar, dass man Afghanistan eigentlich nicht gewinnen kann. Die unglaublichen Mengen an Geld und Hilfsgeldern haben keinerlei Spuren hinterlassen. 97% sind laut UN von bitterster Armut betroffen. Jeder der die Möglichkeit hat das Land zu verlassen, macht das auch. Denn es gibt außer dem Drogenanbau nichts in Afghanistan", so von Boetticher im Talk. Sexualität ist zudem ein Tabu-Thema: "Junge Männer und Frauen werden in Afghanistan nicht an das Thema Sexualität rangeführt. Die meisten lernen in der Hochzeitsnacht ihre Frau das erste Mal kennen. Beide Partner haben dann keine Ahnung, was zu tun ist. Frauen haben z.B. blaue Flecken am Bauch, weil die Männer denken, dass man die Babys durch den Bauchnabel macht. Männer vergewaltigen zudem kleine Jungs und Tiere werden auch benutzt. Darüber wird fast nie berichtet." Ein Moment hat die Reporterin besonders schockiert: "Ich habe eine Kollegin aus Deutschland von einem öffentlich-rechtlichen Sender getroffen. Und sie hat mir gesagt, sie darf die Geschichten nicht machen, dass die Ortskräfte nicht in Gefahr sind. Ihr Sender möchte das so nicht senden. Ich konnte in zwei Monaten keine Geschichte verifizieren, dass die Ortskräfte durch die Taliban in Gefahr waren." Alle Infos im Interview von Inside Wirtschaft-Gründer Manuel Koch und auf https://www.salon-schinkelplatz.de

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@ inside-wirtschaft.de | 18.11.22 15:00 Uhr

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