Gefangene, Haft

Seit dem Militärputsch regiert die Junta in Myanmar mit eiserner Faust.

04.01.2023 - 11:17:45

Myanmar: Junta will 7000 Häftlinge freilassen. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen. Nun gibt es eine neue Massenamnestie.

Im Rahmen einer neuen Massenamnestie im Krisenland Myanmar hat die Militärjunta die Freilassung von mehr als 7000 Gefangenen angekündigt. Anlass ist der 75. Jahrestag der Unabhängigkeit von der früheren britischen Kolonialmacht, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

Ob und wie viele politische Gefangene freikommen werden, wurde zunächst nicht bekannt. Zahlreiche Familienangehörige von Häftlingen warteten seit dem Morgen vor den Gefängnissen des früheren Birma - vor allem vor dem für seine Foltermethoden berüchtigten Insein-Gefängnis in der größten Stadt Yangon (früher: Rangun).

«Bisher sind nur fünf Busse herausgekommen. Darin waren nur wenige politische Gefangene», sagte Hnin Hnin, der selbst wegen seines Widerstands gegen die Militärjunta zeitweise in Haft war, der Deutschen Presse-Agentur. Tausende Menschen hätten sich vor den Gefängnistoren versammelt und warteten auf die mögliche Freilassung ihrer Liebsten, erklärte er.

In den vergangenen zwei Jahren fast 17.000 Menschen inhaftiert

Seit dem Militärputsch am 1. Februar 2021 und der Entmachtung von De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi regiert die Junta mit eiserner Faust. Das Militär geht hart gegen jeden Widerstand vor. Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen. Laut der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden in den vergangenen zwei Jahren fast 17.000 Menschen inhaftiert und fast 2700 getötet. Suu Kyi ist von einem von der Junta kontrollierten Gericht wegen verschiedener Vorwürfe zu insgesamt 33 Jahren Gefängnis verurteilt worden und sitzt in Einzelhaft.

Bereits Mitte November hatten die Generäle anlässlich des Nationalfeiertags rund 5700 Häftlinge freigelassen. Darunter waren mehrere prominente Ausländer, wie der australische Wirtschaftsprofessor und frühere Berater Suu Kyis, Sean Turnell, sowie die frühere britische Botschafterin in dem Land, Vicky Bowman.

@ dpa.de