Ausland, Russland

Russlands Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hat die Beteiligung Russlands an dem mutma├člichen Giftanschlag auf den Ex-Agenten Sergej Skripal in Gro├čbritannien zur├╝ckgewiesen.

02.04.2018 - 11:20:39

Russischer Botschafter weist Vorw├╝rfe im Fall Skripal zur├╝ck

"Seit Anbeginn behaupten wir, dass Russland nichts mit dem Vorfall zu tun hat und dass wir nicht einmal ein hypothetisches Motiv hatten, ein derartiges Verbrechen zu ver├╝ben", sagte Netschajew der "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). "Es ist aussichtslos, mit uns eine Sprache der Ultimaten zu sprechen. Es wird auch nicht in Ordnung sein, wenn die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen an das Urteil angepasst werden, das Briten zufriedenstellt und das sie bereits verk├╝ndet haben", f├╝hrte der Botschafter weiter aus.

Russland habe es mit einer "frechen, grob fabrizierten antirussischen Provokation" zu tun, bei der eine Mitwirkung des britischen Geheimdienstes nicht ausgeschlossen werden kann. "Welche Beweise hat London daf├╝r, dass die Russische F├Âderation in die Vergiftung verwickelt ist?", sagte er. Netschajew kritisierte die EU-Staaten, die sich an die Seite Gro├čbritanniens gestellt hatten. "Ich werde kein Hehl daraus machen, dass uns die Stellungnahme von unseren Partnern verwundert und entt├Ąuscht, die sich voll auf die Aussagen Londons verlassen, anstatt zu einer sorgf├Ąltigen Untersuchung gemeinsam mit Russland beizutragen." R├╝ckschl├╝sse ├╝ber die angebliche Verantwortung Russlands seien im Fall Skripal ohne Einsicht in die Ermittlungsakten gezogen worden, mit Hinweis ausschlie├člich auf fremde Stellungnahmen und Mutma├čungen, so Netschajew. Das sei ein "Novum im v├Âlkerrechtlichen und juristischen Sinne sowie in der Verhaltensweise unserer europ├Ąischen Partner". Aus Sicht des Botschafters spielt der Skandal "Theresa May in die H├Ąnde, die bis vor kurzem schwerwiegende innerpolitische Schwierigkeiten erlebte, unter anderem im Kontext des Brexits". Im Fall Skripal habe sich den britischen Beh├Ârden die M├Âglichkeit geboten, "die Aufmerksamkeit von den inneren Problemen abzulenken, sich die Solidarit├Ąt internationaler Partner zu sichern, Rankings der regierenden Partei zu erh├Âhen und einen `Kreuzzug` gegen unser Land kurz vor der Pr├Ąsidentenwahl und der Fu├čball-WM anzuf├╝hren, die seinerzeit an Russland und nicht Gro├čbritannien vergeben wurde", so Netschajew.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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