Atomwaffen, Wladimir Putin

Putin droht, «alle zur Verfügung stehenden Mittel» einzusetzen - und versetzt Beobachter in Sorge.

21.09.2022 - 17:24:04

Friedensnobelpreisträger: Risiko für Atomkrieg massiv erhöht

Russlands Präsident Wladimir Putin hat aus Sicht der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) das Risiko eines nuklearen Konflikts drastisch erhöht. Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation kritisierte am Mittwoch Putins Erwähnung von Atomwaffen im Zuge der Teilmobilmachung von russischen Streitkräften für den Angriffskrieg gegen die Ukraine.

«Das ist unglaublich gefährlich und unverantwortlich», sagte ICAN-Chefin Beatrice Fihn in Genf. «Nukleare Drohungen sind immer inakzeptabel, egal wann und von wem.»

Putin hatte zuvor gedroht, dass zum Schutz seines Landes «alle zur Verfügung stehenden Mittel» benutzt würden. Zugleich warnte der Kremlchef vor einer «Erpressung» Russlands mit Atomwaffen. «Diejenigen, die versuchen, uns mit Atomwaffen zu erpressen, sollten wissen, dass die Kompassrose sich in ihre Richtung drehen kann», sagte er.

Kremltreuer Politiker schließt Erstschlag Russlands aus

Der kremltreue russische Parlamentsabgeordnete Jewgeni Popow schloss nach Putins Rede gegenüber dem britischen Sender BBC Radio 4 einen atomaren Erstschlag seines Landes indes aus. «Wir werden die westlichen Staaten nicht als Erster angreifen, wir werden kein nukleares Massaker in der Welt veranstalten», sagte Popow von der Kremlpartei Geeintes Russland.

Im Einklang mit der offiziellen Linie des Kremls sagte er, Nuklearwaffen würden «nur als Antwort» auf einen atomaren Angriff gegen Russland eingesetzt.

Auf die Frage, ob Russland nach einer Annexion ukrainischer Gebiete diese mit Atomwaffen verteidigen werde, sagte Popow: «Ich weiß wirklich nicht, was ich darauf antworten soll. Aber Sie müssen wissen, dass wir unser Vaterland verteidigen werden.» Atomwaffen seien dabei «natürlich» eine Sicherheitsgarantie.

@ dpa.de