Ausland, Polen

Polnische Sicherheitskräfte haben am Dienstag unmittelbar an der Grenze zu Weißrussland Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt, um Migranten fernzuhalten.

16.11.2021 - 12:18:07

Polen setzt an weißrussischer Grenze Tränengas und Wasserwerfer ein

Der Vorfall ereignete sich am Grenzübergang Ku?nica. Polnische Behörden verbreiteten Bilder, auf denen Steinbrocken zu sehen waren, die angeblich seitens der Migranten auf polnische Beamte geworfen worden sein sollen.

Daneben soll unter anderem auch mit Flaschen und "Blendgranaten" geschmissen worden sein, berichtet der Polnische Rundfunk. Ein polnischer Polizist soll schwer verletzt worden sein, wie es hieß. Gleichzeitig sollen die Migranten versucht haben, die Grenzabsperrung zu durchbrechen. Weißrussland protestierte unterdessen gegen das Vorgehen Polens. Was das polnische Militär an der Grenze veranstalte "entbehrt jeder logischen Erklärung", sagte Weißrusslands Verteidigungsminister Wiktor Chrenin am Dienstag. "Wir planen eine angemessene Reaktion auf ihre unangemessenen Handlungen, um Spannungen in der Region abzubauen und eine Konfliktsituation zu vermeiden", sagte er. An der Grenze zwischen Weißrussland und Polen warten Tausende Migranten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, die polnischen Sicherheitskräfte haben einen Stacheldrahtzaun errichtet und mehrere Menschen kamen bereits ums Leben. In der Regel handelt es sich im Menschen aus dem Irak, aus Syrien oder dem Jemen. Deutschland und die EU werfen Lukaschenko vor, die Menschen gezielt nach Weißrussland einzufliegen und an die EU-Außengrenze zu bringen, um Ärger zu provozieren. Erst am Montagabend hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Lukaschenko telefoniert. Außer diplomatischen Floskeln wurden über das Gespräch aber keine Details bekannt. "Die Bundeskanzlerin und Herr Lukaschenko sprachen über die schwierige Situation an der Grenze zwischen Belarus und der Europäischen Union - insbesondere über die Notwendigkeit humanitärer Hilfe für die dort befindlichen Flüchtlinge und Migranten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert anschließend, die weißrussischen Behörden äußerten sich fast wortgleich.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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