Ausland, Ukraine

Nach Einschätzung der Leiterin der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik, Claudia Major, wird der Krieg in der Ukraine auch 2023 nicht enden.

28.12.2022 - 07:36:48

Sicherheitsexpertin Major erwartet kein Ende des Krieges in 2023

"Der Krieg wird noch lange Zeit dauern", sagte Major dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Ich rechne nicht mit einem Ende des Krieges im nächsten Jahr, wenn unsere militärische Unterstützung auf dem Niveau wie bisher bleibt."

Um Russland entscheidend zurückzudrängen und damit laut Major den Weg zum Frieden zu verkürzen, brauche die Ukraine mehr Waffen, von Munition bis Luftverteidigung: "Um die russische Kommunikation, Logistik, Führung zu bekämpfen braucht sie Drohnen, Artillerie und Raketenartillerie mit größerer Reichweite. Um weitere Gebiete zu befreien, benötigt sie Kampfpanzer und Schützenpanzer." SWP-Expertin Major, die auch Mitglied im Beirat zivile Krisenprävention des Auswärtigen Amtes ist, hält allerdings Russland zu weiteren Großangriffen, wie sie zuletzt immer wieder befürchtet worden waren, nicht mehr in der Lage: "Derzeit sehe ich bei Russland nicht die notwendigen militärischen Fähigkeiten, bis nach Moldau zu marschieren." Mit Blick auf die Aussagen der ukrainischen Streitkräfte, die vor einem neuen Angriff auf Kiew zu Beginn des neuen Jahres warnten, sagte Major: "Zu einem Landsturm auf Kiew ist Russland militärisch derzeit nicht in der Lage. Trotzdem könnte Russland der Ukraine schwerwiegende Verluste zufügen und sie ausbremsen, allein schon, indem Russland schlecht ausgebildete Rekruten an die Front schickt und weiter die zivile Infrastruktur zerstört." Trotz der aktuellen Debatte über Friedensverhandlungen sieht Major dafür wenig Chancen: Wer glaube, die Ukraine hätte eine Wahl zwischen Krieg einerseits und Verhandlungen und Frieden andererseits, verkenne komplett die Lage, sagte sie: "Die Ukraine hat nur die Wahl zwischen Krieg und Vernichtung: Krieg, also die russisch besetzten Gebiete zu befreien, oder unter russischer Besatzung - wie in Irpin oder Isjum - vernichtet zu werden."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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