Muktada al-Sadr, Irak

Nach dem Sturm auf den Regierungspalast in der irakischen Hauptstadt und den anschließenden Kämpfen im Zentrum Bagdads zeichnet sich eine Entspannung der Lage ab.

30.08.2022 - 14:24:29

Anhänger von Al-Sadr beenden Protest im Irak

  • Ein Tattoo mit dem Porträt des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr. - Foto: Ameer Al-Mohammedawi/dpa

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  • Anhänger von Muktada al-Sadr stürzen eine Betonbarriere in der Grünen Zone in Bagdad. - Foto: Hadi Mizban/AP/dpa

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  • Angehörige des militärischen Flügels des schiitischen Geistlichen Al-Sadr bei  Zusammenstößen mit irakischen Sicherheitskräften in der Grünen Zone. - Foto: Ameer Al-Mohammedawi/dpa

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Ein Tattoo mit dem Porträt des schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr. - Foto: Ameer Al-Mohammedawi/dpaAnhänger von Muktada al-Sadr stürzen eine Betonbarriere in der Grünen Zone in Bagdad. - Foto: Hadi Mizban/AP/dpaAngehörige des militärischen Flügels des schiitischen Geistlichen Al-Sadr bei  Zusammenstößen mit irakischen Sicherheitskräften in der Grünen Zone. - Foto: Ameer Al-Mohammedawi/dpa

Nach der Gewalteskalation im Irak hat sich die Lage in der Hauptstadt Bagdad wieder beruhigt. Anhänger des einflussreichen schiitischen Predigers Muktada al-Sadr folgten am Dienstag dessen Anordnung und beendeten ihr Protestlager am Parlament. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sie ihre Zelte abbauten.

Die UN-Mission im Irak begrüßte die «gemäßigte Erklärung» Al-Sadrs. «Zurückhaltung und Ruhe sind notwendig, damit die Vernunft siegt», schrieb sie auf Twitter. Der geschäftsführende irakische Regierungschef Mustafa al-Kasimi twitterte, Al-Sadrs Aufruf, die Gewalt zu beenden, sei der «Inbegriff des Patriotismus».

Der monatelange Machtkampf zwischen Al-Sadr und seinen politischen Kontrahenten war zuvor in Gewalt umgeschlagen. In der hochgesicherten Grünen Zone im Zentrum der Hauptstadt Bagdad lieferten sich Milizen beider Seiten Kämpfe. Al-Sadr befahl daraufhin am Dienstag seinen Anhängern, ihr Protestlager im Regierungsviertel zu beenden. In einer TV-Ansprache erklärte er, es mache ihn traurig, was passiert sei. Die Sicherheitskräfte hoben die Ausgangssperre in Bagdad wieder auf.

Al-Sadrs Bewegung war aus der Parlamentswahl im vergangen Oktober als stärkste Kraft hervorgegangen. Es gelang ihm aber nicht, eine Regierung zu bilden. Er weigerte sich dabei, mit den pro-iranischen Parteien zu kooperieren. In dieser politischen Pattsituation forderte Al-Sadr die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen, was seine Gegner ablehnen. Zugleich setzte der Prediger auf den Druck der Straße.

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