Russland, Ukraine

Mindestens zehn teure Marschflugkörper der russischen Streitkräfte sollen sie schon in die Irre geführt haben - hölzerne Nachbauten moderner US-Raketensysteme im Dienste der Ukraine.

30.08.2022 - 13:49:41

Bericht: Ukraine täuscht russisches Militär mit Attrappen

Das ukrainische Militär setzt im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren laut einem Bericht der «Washington Post» auch Waffenattrappen ein, um die Angreifer zu täuschen. Dabei gehe es etwa um hölzerne Nachbildungen moderner US-Raketensysteme, schrieb die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf ungenannte hochrangige Beamte aus den USA und der Ukraine. Auf diese Weise seien die russischen Streitkräfte dazu gebracht worden, teure Marschflugkörper vom Typ Kalibr auf harmlose Replikate zu verschwenden. Das Blatt habe auch Fotos dieser Scheinziele begutachten können, hieß es weiter.

Russische Drohnen, die den Standort der vermeintlichen Raketensysteme an die Flotte im Schwarzen Meer übermittelten, könnten die Attrappen nicht von echten Artilleriebatterien unterscheiden. «Wenn die Drohnen die Batterie sehen, ist diese wie ein VIP-Ziel», zitierte die Zeitung einen ukrainischen Offiziellen. Nach einigen Wochen hätten diese «Dummies» bereits mindestens zehn Kalibr-Raketen in die Irre geleitet. Angesichts des Erfolgs sei die Produktion der Replikate ausgebaut worden.

Die Nachbildungen könnten laut «Washington Post» auch ein Grund dafür sein, dass die Anzahl vermeintlich zerstörter westlicher Waffensysteme in russischen Berichten so hoch ausfalle, insbesondere mit Blick auf den US-Raketenwerfer Himars. «Sie haben behauptet, mehr Himars getroffen zu haben, als wir überhaupt geliefert haben», zitierte das Blatt einen US-Diplomaten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Moskau will Gebiet Donezk ganz erobern - Kiew fordert Waffen. Gekämpft werden solle noch mindestens bis zur Eroberung des gesamten Gebiets Donezk, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Er äußerte sich damit zum Ende der als Völkerrechtsbruch kritisierten Abstimmungen über den Beitritt besetzter ukrainischer Gebiete zur Russland. Kanzler Olaf Scholz (SPD), die EU und die USA verurteilten die unrechtmäßigen Urnengänge und kündigten Sanktionen an. KIEW/MOSKAU - Russland will auch nach der geplanten Einverleibung besetzter ukrainischer Gebiete und trotz drohender Sanktionen des Westens weiter Krieg führen. (Wirtschaft, 28.09.2022 - 16:57) weiterlesen...

Von der Leyen schlägt neues EU-Sanktionspaket samt Ölpreisdeckel vor (Politik, 28.09.2022 - 16:49) weiterlesen...

Von der Leyen schlägt neue EU-Sanktionen gegen Russland vor. Die EU will sich mit neuen Sanktionen dagegenstellen. Die Kommissionschefin legt ein Paket vor. Scheinreferenden, Teilmobilmachung, Atomdrohung - Russland eskaliert den Krieg gegen die Ukraine. (Ausland, 28.09.2022 - 16:12) weiterlesen...

Scholz sagt Selenskyj in Telefonat anhaltende Hilfe zu. In einem Telefonat am Mittwoch habe Scholz zudem betont, dass Deutschland das Ergebnis der Scheinreferenden in den von Russland besetzten Gebieten Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja niemals anerkennen werde, erklärte Regierungssprecher Steffen Hebestreit. Der Kanzler und der ukrainische Präsident hätten zudem über Hilfen für den Wiederaufbau der Ukraine gesprochen. Sie wollten auch künftig weiter eng in Kontakt bleiben. BERLIN - Bundeskanzler Olaf Scholz hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj anhaltende politische, finanzielle und humanitäre Hilfe sowie Waffenlieferungen zur Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg zugesagt. (Wirtschaft, 28.09.2022 - 15:40) weiterlesen...

Klimaschutzstiftung MV: Finanzfragen verzögern Auflösung. "Zahlreiche Verzögerungen vor allem durch das Finanzministerium ziehen den Prozess erheblich in die Länge", teilte die maßgeblich mit Geld aus russischen Gasgeschäften finanzierte Stiftung am Mittwoch in Schwerin mit. Neben der Forderung nach Zahlung von fast 10 Millionen Euro an Schenkungssteuer auf Zuwendungen des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 gehört hierzu demnach der versuchte Zugriff auf weitere 23 Millionen Euro. SCHWERIN - Ungeklärte Finanzfragen verzögern dem Vorstand der umstrittenen Klimaschutzstiftung MV zufolge die Auflösung der Stiftung. (Boerse, 28.09.2022 - 15:18) weiterlesen...

Litauen wird Verteidigungsausgaben in 2022 weiter erhöhen. Die Regierung in Vilnius billigte am Mittwoch die Zuweisung zusätzlicher Geldmittel aus dem Haushalt, nachdem das Finanzministerium seine Prognose für das Wirtschaftswachstum des baltischen EU- und Nato-Landes nach oben korrigiert hat. Damit sollen nach Angaben von Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas gepanzerte Militärfahrzeuge, Himars-Raketenwerfer, Radargeräte und Munition gekauft werden. Dies meldete die Agentur BNS. VILNIUS - Litauen wird in diesem Jahr seine Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben um 148 Millionen Euro erhöhen. (Wirtschaft, 28.09.2022 - 15:16) weiterlesen...