Thailand, International

Kaum startet in Bangkok der Apec-Gipfel, wird eine neue Provokation von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bekannt.

18.11.2022 - 10:28:21

Apec-Gipfel von Konflikten überschattet. Derweil gibt es auf den Straßen wütende Proteste gegen den Gastgeber.

  • Eine Demonstrantin protestiert vor der Bereitschaftspolizei in Bangkok. - Foto: Varuth Pongsapipatt/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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  • Demonstranten werfen während eines Protests fermentierte Fischsoße in Richtung Bereitschaftspolizei. - Foto: Sarot Meksophawannakul/AP/dpa

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  • Der Gipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) soll erstmals umfassende Ziele für Umwelt- und Klimafragen festlegen. - Foto: Wason Wanichakorn/AP/dpa

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Eine Demonstrantin protestiert vor der Bereitschaftspolizei in Bangkok. - Foto: Varuth Pongsapipatt/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpaDemonstranten werfen während eines Protests fermentierte Fischsoße in Richtung Bereitschaftspolizei. - Foto: Sarot Meksophawannakul/AP/dpaDer Gipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) soll erstmals umfassende Ziele für Umwelt- und Klimafragen festlegen. - Foto: Wason Wanichakorn/AP/dpa

Inmitten neuer Bedrohungen für den Weltfrieden haben Spitzenpolitiker der Asien-Pazifik-Region Nordkoreas jüngsten Raketenabschuss scharf verurteilt und zu internationaler Geschlossenheit aufgerufen. Kurz nach dem Auftakt des zweitägigen Apec-Gipfels kamen am Freitag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok führende Vertreter aus den USA, Südkorea, Japan, Australien, Kanada und Neuseeland zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Wenige Stunden zuvor hatte Nordkorea erneut eine atomwaffenfähige Rakete abgefeuert, die theoretisch US-Territorium erreichen kann. 

«Dieses neuerliche Verhalten Nordkoreas ist ein schamloser Verstoß gegen mehrere UN-Sicherheitsresolutionen», sagte US-Vizepräsidentin Kamala Harris in Bangkok. Das Land erhöhe damit unnötig die Spannungen in der Region. «Wir verurteilen diese Aktionen aufs Schärfste und haben Nordkorea erneut aufgefordert, weitere rechtswidrige Destabilisierungen zu stoppen.»

Japans Ministerpräsident Fumio Kishida nannte den Raketentest «absolut nicht hinnehmbar». Er rief die internationale Gemeinschaft zu gemeinsamem Handeln mit dem Ziel auf, Nordkorea komplett zu denuklearisieren. Südkoreas Ministerpräsident Han Duck Soo erklärte, solche «illegalen Aktivitäten» des Nachbarlandes würden «niemals toleriert». Die internationale Gemeinschaft müsse sich zusammenschließen und entschlossen reagieren.

Auch russische Aggression belastet den Gipfel

Auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine überschattete das Treffen der asiatisch-pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft. Moskau hatte am Donnerstag seine Raketenangriffe auf ukrainische Städte fortgesetzt und mehrere Städte beschossen.

Der französische Präsident Emmanuel Macron forderte die Länder der Asien-Pazifik-Region bei einer Rede in Bangkok auf, sich dem «wachsenden Konsens» gegen die russischen Aggressionen anzuschließen. «Dieser Krieg ist auch Ihr Problem», sagte Macron, der als Ehrengast an dem Treffen teilnimmt. Frankreich ist kein Mitgliedstaat der Apec.

Frankreichs oberste Priorität sei es, zum Frieden in der Ukraine beizutragen und zu versuchen, «eine globale Dynamik zu entwickeln, um Druck auf Russland auszuüben», betonte Macron. Frankreich wolle dabei eng mit China, Indien und der gesamten Region zusammenarbeiten. Asiatische Länder wie China, Indien, Vietnam oder Kambodscha tragen die Sanktionen gegen Russland bislang nicht mit.

Der Apec gehören 21 Staaten beiderseits des Pazifiks an. In ihnen lebt weit mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung. Weitere Themen der Beratungen sollten die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise sowie der Klimawandel und die Wirtschaftserholung nach der Corona-Pandemie sein.

Proteste in den Straßen Bangkoks

Trotz Warnungen der Regierung kam es in Bangkok zu Protesten. Sowohl in der Nähe des Tagungsortes als auch am berühmten Demokratiedenkmal im Zentrum der Millionen-Metropole stießen wütende Demonstranten mit der Polizei zusammen. Die Einsatzkräfte trugen schwere Schutzmontur und drängten die Protestierenden auch mit Gummigeschossen zurück. Verletzte wurden medizinisch versorgt. Berichten zufolge sollen mehrere Teilnehmer festgenommen worden sein.

Unter anderem waren zahlreiche Poster mit Parolen gegen den thailändischen Ministerpräsidenten Prayut Chan-o-cha, aber auch gegen den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping und den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu sehen. Die Demokratiebewegung fordert unter anderem Neuwahlen, eine Verfassungsänderung und eine Reform der Monarchie. Der General Prayut Chan-o-cha ist seit einem Putsch des Militärs 2014 an der Macht.

Zehntausende Polizisten und Soldaten sicherten das Spitzentreffen. Die Straßen rund um das Queen Sirikit Convention Center, wo der Apec-Gipfel stattfindet, waren weiträumig gesperrt. Am frühen Abend stand eine Audienz der Gipfelteilnehmer bei Thailands König Maha Vajiralongkorn auf dem Programm.

@ dpa.de