Ausland, Türkei

In der Debatte um Ankaras Einflussnahme auf Türkeistämmige in Deutschland hat die Spitzenkandidatin der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, die Bundesregierung zu entschlossenem Handeln aufgefordert.

10.09.2017 - 04:01:30

Wagenknecht: Entsendung türkischer Imame verhindern

"Es ist unverantwortlich, dass die Bundesregierung den Moscheeverein Ditib, der nichts anderes ist als Erdogans verlängerter Arm in Deutschland, unverändert steuerlich fördert und zulässt, dass der türkische Despot, der sein Land gerade in eine islamistische Diktatur verwandelt, darüber bestimmt, was an deutschen Moscheen gepredigt wird", sagte Wagenknecht der "Welt am Sonntag". Wer das verhindern wolle, müsse "die Entsendung türkischer Staatsbeamter als Imame an deutsche Moscheen endlich verhindern".

Um den Einfluss der türkischen Regierung hierzulande zu verringern, fordert Wagenknecht: "Den Aktivisten des Erdogan-Netzwerks ist die Einreise und der Aufenthalt in Deutschland zu untersagen, damit die Propaganda des türkischen Despoten gegen Demokratie und Rechtsstaat hier gestoppt werden kann." Imame der Ditib, die in Deutschland als Agenten Erdogans Andersdenkende bespitzeln, seien "auszuweisen", sagte die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag der "Welt am Sonntag". In den vergangenen Monaten wurden Spionagelisten von Ditib-Imamen öffentlich. Beim Generalbundesanwalt laufen derzeit gegen rund 20 Beschuldigte Verfahren wegen des Verdachts der Agententätigkeit für die Türkei, die meisten davon gegen Vorbeter des größten in Deutschland aktiven Moscheeverbands.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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