Attentat, Botschaft

Hat es mit dem Ukraine-Konflikt zu tun? Sechs Briefbomben wurden in den vergangenen Tagen in Spanien unter anderem an die Botschaften der Ukraine und der USA sowie an Regierungsmitglieder geschickt.

01.12.2022 - 16:34:33

Briefbombenserie in Spanien: Ukraine-Konflikt das Motiv?

  • Eine verdächtige Sendung ist in der Luftwaffenbasis Torrejón bei Madrid abgefangen worden. - Foto: Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpa

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  • Polizisten und Feuerwehrleute stehen vor der US-Botschaft in Madrid, wo eine Briefbombe einging. - Foto: Eduardo Parra/EUROPA PRESS/dpa

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Eine verdächtige Sendung ist in der Luftwaffenbasis Torrejón bei Madrid abgefangen worden. - Foto: Carlos Luján/EUROPA PRESS/dpaPolizisten und Feuerwehrleute stehen vor der US-Botschaft in Madrid, wo eine Briefbombe einging. - Foto: Eduardo Parra/EUROPA PRESS/dpa

Eine Briefbombenserie, die möglicherweise mit dem Konflikt in der Ukraine in Zusammenhang steht, hat Spanien in Alarm versetzt. Insgesamt sechs Sendungen mit Sprengstoff wurden bisher in den vergangenen Tagen unter anderem an die Botschaften der Ukraine und der USA in Madrid sowie an Ministerpräsident Pedro Sánchez geschickt, wie das Innenministerium und die Nationalpolizei mitteilten. Lediglich bei der Öffnung der Briefbombe in der Botschaft der Ukraine wurde ein Mitarbeiter leicht verletzt.

Vorerst jüngster Adressat war am Donnerstag die US-Botschaft. Dort sei eine verdächtige Sendung von spanischen Sprengstoffexperten kontrolliert zur Explosion gebracht worden, hieß es. Die US-Botschaft und die spanischen Sicherheitsbehörden hätten das Anti-Terror-Protokoll aktiviert. Der Bereich um die Botschaft im Madrider Nobelviertel Salamanca sei am Nachmittag abgesperrt worden. Ein Nachbar sagte dem Fernsehsender «La Sexta»: «Vor der Explosion haben sie auch Wohnhäuser evakuiert, die Menschen sind herausgelaufen.»

Die erste Briefbombe dieser Serie wurde den bisherigen Erkenntnissen zufolge bereits am 24. November an Regierungschef Sánchez geschickt. Diese Sendung sei unschädlich gemacht worden, hieß es. Nach der Explosion in der Botschaft der Ukraine ging zunächst am späten Mittwochabend bei dem Waffenproduzenten Instalaza in Saragossa eine Briefbombe ein, die von der Spezialeinheit der Polizei unschädlich gemacht wurde, wie der Staatssekretär für Sicherheit, Rafael Pérez, bei einer Pressekonferenz in Madrid mitteilte. Das Unternehmen produziert Kriegswaffen, die Spanien an die Ukraine geliefert hat.

Luftwaffenbasis und Verteidigungsministerin unter Adressaten

Eine weitere verdächtige Sendung wurde nach den amtlichen Angaben am frühen Donnerstagmorgen in der Luftwaffenbasis Torrejón bei Madrid abgefangen. Sie sei an das dortige Satellitenzentrum der Europäischen Union adressiert gewesen, sagte Pérez. Eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel bestätigte die Angaben. Von Torrejón aus starten auch Militärmaschinen mit Nachschub für die Ukraine. Dieses Paket sei nicht zerstört worden und werde von der Polizei untersucht. «Im Scanner war zu sehen, dass sich darin ein verdächtiger Mechanismus befindet», sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Ebenfalls am Donnerstagmorgen sei eine weitere Briefbombe beim Verteidigungsministerium in Madrid eingegangen, die an Verteidigungsministerin Margarita Robles adressiert gewesen sei, sagte Pérez. Auch diese Sendung sei neutralisiert worden.

Die spanischen Behörden schlossen Medienberichten zufolge nicht aus, dass alle Sendungen mit der Unterstützung Spaniens für die Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg im Zusammenhang stehen könnten. Die Ermittlungen gehen von terroristischen Anschlägen aus. Der oder die Täter sind bisher allerdings noch unbekannt. Der ukrainische Botschafter Serhij Pohorelzew vermutete Russland hinter dem Anschlag auf die Botschaft.

@ dpa.de