Ausland, Großbritannien

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson kommt wegen Corona-Partys im Regierungssitz immer stĂ€rker unter Druck.

15.01.2022 - 13:27:55

Johnson gerÀt wegen Corona-Partys immer stÀrker unter Druck

Letzte Woche musste sich Johnson bereits mehrfach fĂŒr Partys entschuldigen, eine davon abgehalten am Vorabend der Beerdigung von Prinz Philip. Nun wurde bekannt, dass das Personal in der Downing Street No.

10 regelmĂ€ĂŸig an Freitagen einen Umtrunk abgehalten hat. Die sogenannten "Wine-time Fridays" sollen die ganze Pandemie ĂŒber immer wieder stattgefunden haben - und Johnson soll dabei auch wiederholt aufgetaucht sein. Nach Ansicht von Nicolai von Ondarza, Politikwissenschaftler und Experte unter anderem fĂŒr britische Politik der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, droht dem britischen Premier nun ein Machtverlust. GegenĂŒber dem Nachrichtenportal Watson erklĂ€rt er: "Die Reihe an Skandalen entwickelt sich zu einer sehr ernsten Krise fĂŒr Boris Johnson." Ob der Premier diese Krise doch noch ĂŒberstehen kann, hĂ€ngt fĂŒr von Ondarza davon ab, ob weitere EnthĂŒllungen ĂŒber Fehlverhalten Johnsons folgen - und davon, ob die Konservative Partei in der Lage ist, einen möglichen Nachfolger fĂŒr Johnson zu finden. Von Ondarza wörtlich: "GestĂŒrzt werden kann er aber nur von den konservativen Abgeordneten. Es ist daher noch abzuwarten, ob er politisch die nĂ€chsten Tage ĂŒberlebt und eine Chance bis zu den Regionalwahlen im Mai bekommt, oder - mit möglicherweise neuen EnthĂŒllungen - die Abgeordneten ihn schon bald zum RĂŒcktritt zwingen." David McAllister (CDU), deutscher Europaabgeordnete und Vorsitzender des Ausschusses fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten, sieht bei Johnson eine erhebliche Mitverantwortung fĂŒr mehrere ungelöste Probleme, vor denen Großbritannien steht. GegenĂŒber Watson erklĂ€rte McAllister: "Premierminister Boris Johnson ist fĂŒr den besonders harten Austritt des Vereinigten Königreich aus der EuropĂ€ischen Union maßgeblich verantwortlich. Die daraus resultierenden Probleme mĂŒssen gelöst werden, insbesondere mit Blick auf das Protokoll zu Irland und Nordirland. Hier ist die britische Regierung aufgefordert, praktisch umsetzbare VorschlĂ€ge zu machen."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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