Russland, Geschichte

Gorbatschow - genannt «Gorbi» - war einer der letzten noch lebenden Väter der Deutschen Einheit.

30.08.2022 - 22:45:31

Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow ist tot. Nun ist der Friedensnobelpreisträger gestorben. Er kämpfte bis zuletzt für demokratische Freiheiten in Russland.

  • Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, am Rande einer Pressekonferenz. - Foto: picture alliance / dpa

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  • Michail Gorbatschow ist nach langer und schwerer Krankheit mit 91 Jahren gestorben - Foto: Jörg Carstensen/dpa

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  • Der sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow (l) wird nach seiner Ankunft zu den Feierlichkeiten zum 40jährigen Staatsjubiläum der  DDR am 6. Oktober 1989 in Ost-Berlin von dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker mit dem traditionellen Bruderkuss willkommen geheißen. - Foto: Wolfgang Kumm/dpa

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  • Helmut Kohl (r), Michail Gorbatschow und dessen Frau Raissa bei einem Spaziergang während eines Arbeitsbesuchs im Kaukasus. - Foto: Tass/epa/dpa

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  • Der damalige sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow und seine Gattin Raissa Gorbatschowa (l) bei einem Treffen mit der isländischen Präsidentin Vigdis Finnbogadottir im Höfdi-Haus im Oktober 1986. - Foto: Martin Athenstädt/dpa

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  • Einen einmaligen Empfang bereitet die Bonner Bevölkerung Michael Gorbatschow und seiner Ehefrau Raissa, als beide im Juni 1989 das Rathaus besuchen. Beim «Bad in der Menge» mussten die Gäste aus Moskau zahlreiche Hände schütteln. - Foto: Frank Kleefeldt/dpa

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  • Der frühere US-Präsident George Bush (l-r), der frühere russische Präsident Michail Gorbatschow und der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sitzen nach bei der Verleihung des Order of White Lio im Schloss nebeneinander. - Foto: Michal Dolezal/CTK/dpa

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  • Mit einem symbolischen Gang über den früheren Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße gedenkt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Michail Gorbatschow (l) und dem früheren polnischen Gewerkschafter und Staatspräsidenten Lech Walesa (M) am 09.11.2009 in Berlin des Mauerfalls vor 20 Jahren. - Foto: Rainer Jensen/dpa

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  • Michail Gorbatschow, damals sowjetischer Präsident, winkt während einer Feier zum Tag der Revolution von der Tribüne des Roten Platzes in Moskau. - Foto: Boris Yurchenko/AP/dpa

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Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, am Rande einer Pressekonferenz. - Foto: picture alliance / dpaMichail Gorbatschow ist nach langer und schwerer Krankheit mit 91 Jahren gestorben - Foto: Jörg Carstensen/dpaDer sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow (l) wird nach seiner Ankunft zu den Feierlichkeiten zum 40jährigen Staatsjubiläum der  DDR am 6. Oktober 1989 in Ost-Berlin von dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker mit dem traditionellen Bruderkuss willkommen geheißen. - Foto: Wolfgang Kumm/dpaHelmut Kohl (r), Michail Gorbatschow und dessen Frau Raissa bei einem Spaziergang während eines Arbeitsbesuchs im Kaukasus. - Foto: Tass/epa/dpaDer damalige sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow und seine Gattin Raissa Gorbatschowa (l) bei einem Treffen mit der isländischen Präsidentin Vigdis Finnbogadottir im Höfdi-Haus im Oktober 1986. - Foto: Martin Athenstädt/dpaEinen einmaligen Empfang bereitet die Bonner Bevölkerung Michael Gorbatschow und seiner Ehefrau Raissa, als beide im Juni 1989 das Rathaus besuchen. Beim «Bad in der Menge» mussten die Gäste aus Moskau zahlreiche Hände schütteln. - Foto: Frank Kleefeldt/dpaDer frühere US-Präsident George Bush (l-r), der frühere russische Präsident Michail Gorbatschow und der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) sitzen nach bei der Verleihung des Order of White Lio im Schloss nebeneinander. - Foto: Michal Dolezal/CTK/dpaMit einem symbolischen Gang über den früheren Grenzkontrollpunkt Bornholmer Straße gedenkt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Michail Gorbatschow (l) und dem früheren polnischen Gewerkschafter und Staatspräsidenten Lech Walesa (M) am 09.11.2009 in Berlin des Mauerfalls vor 20 Jahren. - Foto: Rainer Jensen/dpaMichail Gorbatschow, damals sowjetischer Präsident, winkt während einer Feier zum Tag der Revolution von der Tribüne des Roten Platzes in Moskau. - Foto: Boris Yurchenko/AP/dpa

Der russische Friedensnobelpreisträger und ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow ist tot. Er starb am Dienstagabend im Alter von 91 Jahren in Moskau. «Heute Abend ist nach schwerer und langer Krankheit Michail Sergejewitsch Gorbatschow gestorben», teilte das Zentrale klinische Krankenhaus (ZKB) der russischen Hauptstadt mit.

Der weltweit geschätzte Politiker galt als einer der Väter der Deutschen Einheit und als Wegbereiter für das Ende des Kalten Krieges. Besonders die Ostdeutschen verehren «Gorbi», wie sie ihn nennen, bis heute als Staatsmann, der ihnen vor mehr als drei Jahrzehnten die Freiheit brachte.

In den 1980er Jahren hatte die Sowjetunion unter Gorbatschows Führung mit den USA wegweisende Verträge zur atomaren Abrüstung und Rüstungskontrolle geschlossen. In seiner Heimat hatte Gorbatschow als Generalsekretär der Kommunistischen Partei mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) einen beispiellosen Reformprozess eingeleitet. Das brachte den Menschen in dem totalitären System bis dahin nie da gewesene Freiheiten.

1990 erhielt Gorbatschow für seine mutigen Reformen den Friedensnobelpreis. Der politische Prozess führte zu massiven Umbrüchen in allen Republiken des Sowjetstaates und letztlich zu einem Zusammenbruch des kommunistischen Imperiums.

Ein Großteil der russischen Bevölkerung sah den früheren Partei- und Staatschef stets als Totengräber der Sowjetunion - und als einen Politiker ohne Machtinstinkt. Gorbatschow trat als Präsident der Sowjetunion 1991 zurück, bevor sich der Staat wenig später selbst auflöste. Der neue starke Mann in Moskau wurde damals der russische Präsident Boris Jelzin (1931-2007).

Bis zu seinem Tod hatte Gorbatschow sich um seine eigene politische Stiftung in Moskau verdient gemacht. Die Organisation setzt sich für demokratische Werte und eine Annäherung Russlands an den Westen ein.

Gorbatschow schrieb zahlreiche Bücher – zuletzt unter anderem auch über seine Enttäuschung von den Deutschen und dem Westen. Konkret beklagte er dabei, dass neue Feindbilder gegen Russland gezeichnet würden. Zu den Feiern zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Herbst 2019 war er aus Gesundheitsgründen nicht gereist. Er musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden.

Der Politiker war Miteigentümer der kremlkritischen Zeitung «Nowaja Gaseta», die immer wieder Missstände in Russland aufdeckt. Gorbatschow hatte in den vergangenen Jahren Kremlchef Wladimir Putin mehrfach aufgefordert, die Freiheit der Medien und Wahlen nicht weiter einzuschränken.

Der Staatsmann wird in Moskau auf dem Neujungfrauenfriedhof für Prominente beerdigt - neben seiner Frau Raissa.

@ dpa.de