Islamismus, Radikalisierung

Ein IS-Sympathisant tötet in der österreichischen Hauptstadt vier Menschen und wird dann von der Polizei erschossen.

18.10.2022 - 05:34:31

Terror in Wien 2020: Mutmaßliche Helfer vor Gericht. Der Prozess gegen sechs mutmaßliche Helfer rückt erneut Ermittlungspannen in den Fokus.

Sechs mutmaßliche Unterstützer des Wiener Terroranschlags vom 2. November 2020 stehen ab heute vor Gericht. Dem Attentäter kann kein Prozess mehr gemacht werden, der Sympathisant der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) wurde damals von der Polizei erschossen.

Der 20-Jährige tötete in einem belebten Ausgehviertel im Zentrum der österreichischen Hauptstadt vier Menschen, darunter eine deutsche Studentin. Verletzt wurden 23 Menschen, auch unter ihnen waren einige Deutsche. Im Wiener Landgericht sollen die Urteile frühestens im Februar fallen.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft unterstützten die Angeklagten den Täter ideologisch und logistisch, waren aber nicht direkt an dem Attentat beteiligt. Der Anklage zufolge halfen sie unter anderem, das Attentat zu planen und ein Sturmgewehr als Tatwaffe zu besorgen.

Den Männern im Alter zwischen 22 und 32 Jahren wird unter anderem die Beteiligung an terroristischen Straftaten in Verbindung mit Mord vorgeworfen. Den mutmaßlichen Komplizen drohen je nach Alter Höchststrafen von 20 Jahren oder lebenslange Haft.

Der Anschlag hatte 2020 in Österreich nicht nur für Entsetzen, sondern auch für Kritik wegen Ermittlungspannen vor der Tat gesorgt. Eine Untersuchungskommission hielt dazu in einem Bericht fest, dass Polizei und Justiz keine rechtzeitigen Schritte gegen den einschlägig vorbestraften Täter unternahmen - obwohl Ermittlern bekannt war, dass der Mann Militärmunition in der Slowakei kaufen wollte.

Als Konsequenz aus den Behördenfehlern wurde der österreichische Staatsschutz reformiert.

@ dpa.de