Ausland, USA

Die USA haben nach Einschätzung deutscher Experten nur wenige Optionen, um auf den angeblichen Bruch des INF-Vertrages durch Russland zu reagieren.

08.12.2018 - 09:25:25

Stationierung neuer US-Marschflugkörper in Europa nicht vor 2023

Zwar habe US-Sicherheitsberater John Bolton kürzlich das Verteidigungsministerium angewiesen, landgestützte Marschflugkörper (GLCM) "so schnell wie möglich" zu entwickeln und in Europa zu stationieren, berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Analysten im Bundesnachrichtendienst gingen jedoch davon aus, dass ein neues US-Waffenprogramm mindestens fünf Jahre Entwicklungszeit benötige.

Um den Europäern die Zustimmung zu erleichtern, sollen die neuen GLCM einen konventionellen Sprengkopf erhalten, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Washington wirft Moskau seit Jahren vor, den INF-Vertrag von 1987 zu verletzen, was Russland bestreitet. Der Vertrag verbietet Russen und Amerikanern GLCM mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 Kilometern. Die Nato habe sich diese Woche den US-Vorwurf zu eigen gemacht, wonach die Russen mehrere Bataillone mit jeweils 24 nuklearfähigen Marschflugkörpern vom Typ SSC-8 stationiert hätten. Die USA hielten das inzwischen nicht mehr nur für einen Vertragsbruch, sondern auch für eine ernsthafte militärische Bedrohung, berichtet das Nachrichtenmagazin. Die US-Regierung hat angekündigt, den INF-Vertrag in zwei Monaten zu suspendieren, sollten die Russen bis dahin nicht alle SSC-8 verschrotten. In der Nato gelte ein solches Nachgeben als ausgeschlossen, berichtet der "Spiegel". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte US-Präsident Donald Trump auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires trotzdem die Zwei-Monats-Frist abgerungen, damit sichtbar werde, dass allein Russland für die Eskalation verantwortlich sei. Bei der Nato rechne man damit, dass die Amerikaner schon beim Treffen der Verteidigungsminister im Februar über eine Beteiligung der Allianz an den Kosten für die neuen GLCM reden wollen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Als die Nato von 1983 bis 1987 GLCM in Europa stationierte, kostete die sogenannte Nachrüstung nach heutigen Preisen knapp 18 Milliarden Dollar. Etwa 96 Prozent trugen die USA.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

US-Arbeitslosenquote bleibt unverändert Die Arbeitslosenrate in den USA ist im November mit einem Wert von 3,7 Prozent unverändert geblieben. (Ausland, 07.12.2018 - 15:25) weiterlesen...

Venezuela: Frühere MLB-Baseball-Profis sterben bei Verkehrsunfall Die früheren Major League Baseball-Profis Luis Valbuena und José Castillo sind am Donnerstag bei einem Verkehrsunfall in Venezuela ums Leben gekommen. (Ausland, 07.12.2018 - 11:36) weiterlesen...

Nato-Staaten unterstellen Russland Bruch von Abrüstungsvertrag Die Nato-Staaten haben erstmals gemeinsam Russland vorgeworfen, mit neuen Marschflugkörpern gegen den INF-Abrüstungsvertrag über atomare Mittelstreckenwaffen zu verstoßen. (Ausland, 04.12.2018 - 18:41) weiterlesen...

Autogipfel in Washington findet ohne deutsche Botschafterin statt Die Top-Manager der deutschen Autohersteller wollen am Dienstag die US-Regierung im Handelsstreit beschwichtigen - doch die Bundesregierung bleibt außen vor. (Ausland, 04.12.2018 - 15:40) weiterlesen...

Merkel nimmt an Bush-Trauerfeier teil Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Dienstag nach Washington reisen, um an der Trauerfeier für den am Freitag verstorbenen früheren US-Präsidenten George H. (Ausland, 03.12.2018 - 11:51) weiterlesen...

IfW-Chef Snower hält nichts vom Autogipfel in Washington Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, Dennis Snower, hat das für Dienstag anberaumte Treffen zwischen deutschen Automanagern und der US-Regierung in Washington kritisiert. (Ausland, 03.12.2018 - 08:08) weiterlesen...