Ukraine, Russland

Die schweren russischen Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt haben deutliche Schäden an der Infrastruktur hinterlassen.

24.11.2022 - 11:55:24

Kiew zu 70 Prozent ohne Strom. Aber auch andernorts sind die Menschen ohne Strom.

Am Morgen nach den schweren russischen Raketenangriffen konnte die Stromversorgung in Kiew erst teilweise wieder hergestellt werden. «70 Prozent der Hauptstadt sind bisher ohne Elektrizität», teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf seinem Telegram-Kanal mit.

Immerhin sei es gelungen, die Stadtteile am linken Flussufer des Dnipro wieder mit Wasser zu versorgen. Die kommunalen Dienste arbeiteten mit Hochdruck an der Behebung der Schäden, doch die Stromversorgung Kiews hänge auch von der Stabilität des gesamten Energiesystems in der Ukraine ab.

Die Wasserversorgung ist hingegen wieder hergestellt worden. «Doch braucht es eine gewisse Zeit, bis das Wasserleitungssystem wieder mit voller Leistung arbeitet», warnte Klitschko. Insbesondere in Hochhäusern reiche der Wasserdruck nicht immer aus.

Russland führt seit neun Monaten einen Angriffskrieg gegen den Nachbarstaat. Nach militärischen Rückschlägen ist Moskau zu Angriffen auf das ukrainische Energiesystem übergegangen.

Das russische Militär hatte am Mittwoch nach Angaben Kiews etwa 70 Raketen und Drohnen auf die Ukraine abgeschossen. Ziele waren wie bei den vorangegangenen Angriffen vornehmlich Objekte des Energiesektors. Nach Abschaltung der ukrainischen Kernkraftwerke infolge der Attacke kam es landesweit zu Stromausfällen.

Lage in Odessa oder Tschernihiw weiterhin kompliziert

Bis zum Mittag wurde die Stromversorgung erst in einigen Regionen wieder hergestellt. So meldete der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowij, dass es wieder Strom gebe. In anderen Regionen wie in Odessa oder Tschernihiw blieb die Lage kompliziert. Auch die benachbarte ehemalige Sowjetrepublik Moldau war teilweise weiter ohne Strom. Das Energienetz der beiden Länder ist eng gekoppelt.

Der Kommandeur der russischen Truppen in der Ukraine, General Sergej Surowikin, erlangte bereits bei seinem Einsatz in Syrien ein paar Jahre zuvor Bekanntheit dafür, dass er zivile Ziele angreifen ließ, um seine Gegner zu schwächen. Nach seiner Ernennung in der Ukraine sind Angriffe auf die kritische Infrastruktur des Landes zu einem wichtigen Bestandteil der russischen Kriegsführung geworden.

@ dpa.de

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