Brexit, Nichtregierungsorganisationen

Der Brexit hinterlässt seine Spuren auch bei den Nichtregierungsorganisationen in Großbritannien.

28.12.2022 - 12:37:21

Viele britische Organisationen müssen nach Brexit schließen. Viele Einrichtungen mussten einem Bericht zufolge schließen oder Mitarbeiter entlassen, weil das Geld fehlt.

Viele britische Nichtregierungsorganisationen (NGO) sind einem Zeitungsbericht zufolge nach dem Brexit in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Zahlreiche Einrichtungen, die vom Europäischen Sozialfonds der EU unterstützt worden waren, hätten schließen oder Mitarbeiter entlassen müssen, weil sie nicht rechtzeitig oder ausreichend Geld von der britischen Regierung erhalten hätten, schrieb der «Guardian».

Das Blatt berief sich auf eine Analyse der staatlichen Finanzierung, mit der London die EU-Hilfen ersetzen will. Die britische Regierung hatte einen eigenen Fonds namens UK Shared Prosperity Fund (SPF) aufgelegt. Doch der SPF sei für «Hunderte Einrichtungen» viel zu spät gekommen, sagte Matthew Brown von der walisischen Dachorganisation Wales Council of Voluntary Action der Zeitung.

875 Millionen Euro weniger zur Verfügung

Nach Angaben des walisischen Wirtschaftsministers Vaughan Gething stehen in dem Landesteil insgesamt 772 Millionen Pfund (875 Mio Euro) weniger zur Verfügung als aus dem Sozialfonds sowie dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung geflossen wären. Der britische SPF-Ansatz sei «chaotisch», sagte Gething. Auch Schottland hat nach Angaben der Regionalregierung deutlich weniger Geld zur Verfügung. Der schottische Arbeitsminister Richard Lochhead bezifferte den Verlust auf 337 Millionen Pfund zwischen 2022 und 2025.

Die britische Regierung wies die Zahlen zurück. Die vier Landesteile würden mindestens so viel Geld erhalten wie zuvor. Überdies seien die Regionalregierungen nun «frei von den bürokratischen EU-Prozessen» und hätten mehr Mitsprache bei der Verteilung, betonte die Regierung.

Zahlreiche Wirtschaftsbranchen klagen seit dem Brexit über höhere Hürden und Kosten beim Handel mit der EU sowie bei der Einstellung von ausländischen Fachkräften.

@ dpa.de