Gaspipeline, Nord Stream

Dass die Lecks an den Nordstream-Pipelines durch Sabotage entstanden sind, darüber gibt es kaum noch Zweifel.

30.09.2022 - 09:57:25

Moskau verdächtigt Washington der Anschläge auf Nord Stream. Gerätselt wird über die Urheber. Moskau überrascht nun mit einer neuen Theorie.

  • Das Nord Stream 1-Gasleck in der Ostsee. An den Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee gibt es insgesamt vier statt wie bisher bekannt drei Lecks. - Foto: Swedish Coast Guard/dpa

    Swedish Coast Guard/dpa

  • Das Bild zeigt ein kleines Gasleck bei Nord Stream 2 in der Ostsee, fotografiert aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache.esamt vier Lecks in Nord-Stream-Leitungen») - Foto: Swedish Coast Guard/dpa

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Das Nord Stream 1-Gasleck in der Ostsee. An den Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee gibt es insgesamt vier statt wie bisher bekannt drei Lecks. - Foto: Swedish Coast Guard/dpaDas Bild zeigt ein kleines Gasleck bei Nord Stream 2 in der Ostsee, fotografiert aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache.esamt vier Lecks in Nord-Stream-Leitungen») - Foto: Swedish Coast Guard/dpa

Die russische Führung hat eine Aufklärung der mutmaßlichen Sabotage an der Ostseepipeline Nord Stream gefordert und die USA als Hauptverdächtigen dargestellt. «Es ist aber offensichtlich, dass der Hauptnutznießer (der Pipeline-Explosionen), vor allem wirtschaftlich, die USA sind», sagte der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge auf einer Sitzung mit den Geheimdienstchefs der GUS-Staaten.

Patruschew warf dem Westen vor, sofort nach Bekanntwerden der Lecks eine Kampagne gegen Russland gestartet zu haben. Daher sei es nötig, die Kooperation der Geheimdienste innerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), ein loser Staatenverbund ehemaliger Sowjetstaaten, zu vertiefen und die «Auftraggeber und Erfüllungsgehilfen des Verbrechens» zu enthüllen. Seit der Nacht zum Montag wurden insgesamt vier Lecks an den Pipelines Nord Stream 1 und 2 festgestellt. Die Nato geht von Sabotage aus.

Moskau will seine Erfahrungen teilen

Patruschew sprach sich bei der Sitzung zudem dafür aus, gemeinsam gesetzlich gegen vom Westen kontrollierte Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Medien vorzugehen. Dies diene unter anderem dazu, Revolutionen zu vermeiden. «Russland hat die entsprechende Erfahrung und ist bereit, sie zu teilen», bot er an. Russland hat in den vergangenen Jahren konsequent, die Pressefreiheit eingeschränkt und eine immer größere Anzahl von NGOs verboten. Patruschew, einst russischer Geheimdienstchef, gilt als langjähriger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin.

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, behauptete unterdessen, Moskau verfüge über Material, das auf eine «westliche Spur» bei der Organisation und Durchführung der «Terroranschläge» auf die Nord Stream-Pipelines hinweise. Er beschuldigte den Westen, «alles zu tun, um die wahren Urheber und Organisatoren dieses internationalen Terrorakts zu verbergen».

Der «kollektive Westen unter Führung der USA» unternehme alles, um seine Hegemonie zu erhalten, sagte Naryschkin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen weiter. Dadurch gerate die internationale Sicherheitsarchitektur aus dem Gleichgewicht, und weltweit erhöhe sich das Konfliktpotenzial.

@ dpa.de