Italien, Russland

Bisher versuchten vor allem Initiativen einzelner Länder, auf ein Ende des Ukraine-Kriegs hinzuwirken - mit wenig Erfolg.

21.05.2022 - 10:44:45

Italien erarbeitet Plan für Friedensprozess im Ukraine-Krieg. Italiens Außenminister Di Maio will nun eine gemeinsame Offensive starten.

Italien hat nach den Worten seines Außenministers einen Plan für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg entwickelt. «Es braucht jetzt eine diplomatische Gegenoffensive», sagte Luigi Di Maio im Interview der Zeitung «La Stampa» (Samstag).

Derzeit versuchten nur einzelne Staaten zu vermitteln, kritisierte der 35-Jährige. Nun wolle man alle relevanten internationalen Organisationen dazu bringen, mitzuarbeiten. Ein erstes Ziel sei, lokale Kampfpausen zu erreichen, danach solle ein Waffenstillstand, die Arbeit an der Neutralität und am Ende ein Friedensabkommen folgen.

Plan liegt den G7-Ländern vor

Der Plan sei von Diplomaten und der italienischen Regierung entwickelt und den Unterhändlern der sieben wichtigsten Industrienationen (G7) vorgelegt worden, sagte Di Maio. Er habe außerdem mit UN-Generalsekretär António Guterres gesprochen. Die UN, EU und OSZE sollten als Hauptarbeitsgruppe andere Länder wie die Türkei und Indien miteinbeziehen.

Di Maio äußerte sich aber etwas pessimistisch zur aktuellen Verhandlungslage mit Russland: «Ich will nicht wie ein Schwarzmaler wirken, aber ich sehe keine Verhandlung an keinem Tisch», sagte er. «Einzelne Aktionen werden Wladimir Putin nicht dazu überreden, zu verhandeln.»

Ein weiteres Problem sah der Politiker der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung beim Thema Getreidelieferungen aus der Ukraine, die ein wichtiges Exportland dafür ist. «Alle Studien zeigen, dass es nur einen einzigen Weg gibt, um den Getreide- und Weizenmangel zu überstehen: einen geschützten Korridor schaffen, um den Getreidetransport über das Meer von der ukrainischen Küste zuzulassen», erklärte Di Maio. Über den Landweg sei das zu schwierig. «Russland wird, wenn es den Meereszugang weiter blockiert, für neue Kriege verantwortlich sein», meinte er.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Moody's stellt Zahlungsausfall Russlands fest. Konkret gehe es um Zinszahlungen zweier Staatsanleihen, die auch nach Ablauf einer Verzugsfrist von 30 Tagen nicht bei Gläubigern angekommen seien, teilte das US-Unternehmen am Montag (Ortszeit) in New York mit. NEW YORK - Die Ratingagentur Moody's hat wegen nicht fristgemäß beglichener Schulden bei internationalen Investoren einen Zahlungsausfall Russlands festgestellt. (Wirtschaft, 28.06.2022 - 06:04) weiterlesen...

Devisen: Euro steigt im späten US-Handel. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,0592 US-Dollar bezahlt. Zwischenzeitlich kletterte der Euro über die Marke von 1,06 Dollar auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0572 (Freitag: 1,0524) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9459 (0,9502) Euro gekostet. NEW YORK - Der Euro hat am Montag im späten US-Devisenhandel zum US-Dollar zugelegt. (Boerse, 27.06.2022 - 20:41) weiterlesen...

Devisen: Euro legt leicht zu - Rubel trotz Schuldenfrage stabil. Am späten Montagnachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0575 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Starke Impulse blieben aus. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0572 (Freitag: 1,0524) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9459 (0,9502) Euro. FRANKFURT - Der Euro hat zu Wochenbeginn in einem richtungslosen Handel leicht zugelegt. (Boerse, 27.06.2022 - 16:56) weiterlesen...

UN-Organisation erwartet Weltgetreideernte nahezu auf Vorjahreshöhe. Bislang erwartet werden 2,785 Milliarden Tonnen, das wären rund 23 Millionen Tonnen weniger als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr, sagte Josef Schmidhuber, Ökonom bei der UN-Agrarorganisation FAO in Rom. ROM - Ungeachtet von Ukraine-Krieg und teurem Dünger wird die Weltgetreideernte in diesem Jahr nach Schätzung der Vereinten Nationen nur unwesentlich geringer ausfallen als 2021. (Wirtschaft, 23.06.2022 - 06:02) weiterlesen...