Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, in mindestens fünf Fällen Prenzlauer bedroht oder genötigt zu haben. So soll er laut Polizei beispielsweise Pakete mit einem weißen Pulver verschickt haben, die er mit der Aufschrift «H1N1» - dem Schweinegrippe-Erreger - versah. Das Pulver stellte sich als harmlos heraus, verursachte bei den Empfängern aber Schrecken und Entsetzen.
Selbst dem Staatsschutz ist der 51-Jährige kein Unbekannter. So war er Polizeiangaben zufolge mit einem Auto auf das Wochenendgrundstück von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingedrungen - den Kofferraum hatte er voller Böller. Den Polizisten, die Merkels Grundstück bewachen, erzählte er, dass er nur einen Kaffee trinken wolle. Sie ließen ihn wieder fahren, nachdem sie ihm die Böller weggenommen hatten.
Das Prenzlauer Amtsgericht prüft, ob und wann der Prozess gegen den Mann beginnen kann. «Wir konnten das Verfahren bislang nicht aufnehmen, weil ein Gutachten über die Schuldfähigkeit und Gefährlichkeit des Mannes ausstand. Dieses ist jetzt eingetroffen und wird von dem zuständigen Richter überprüft», sagte Esche. Über die Aussagen des Gutachters könne er noch keine Angaben machen. Es sei aber durchaus möglich, dass der Prozess nicht vor dem Amtsgericht in Prenzlau, sondern dem Neuruppiner Landgericht stattfindet, sollte der Mann für schuldfähig erklärt werden.
In der vergangenen Woche wurde der mutmaßliche Stalker selbst Opfer einer Straftat. In der Nacht zum 5. Februar brannte sein Haus - ein altes Gebäude an der Prenzlauer Stadtmauer - aus. Der Mann war nicht zu Hause. «Eine Polizeistreife ertappte einen 25-jährigen Prenzlauer, als er aus dem brennenden Haus herauslief», sagte Polizeisprecherin Sandra Urland. Er wurde festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Es sei noch nicht bewiesen, dass er den Brand verursacht habe, hieß es. Sicher sei jedoch, dass er nicht zu dem Kreis der Personen gehöre, die durch den mutmaßlichen Stalker bedroht worden waren. Das Landeskriminalamt ermittelt wegen schwerer Brandstiftung.
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