Berlin (ddp-bln). Nach den Osterferien soll im Berliner Bezirk Neukölln ein zweisprachiges Internat für Jugendliche mit Schulproblemen eröffnet werden. Das in der Hauptstadt bislang einzigartige Projekt richte sich vor allem an Schüler aus deutsch-arabischen Familien, teilte der diakonische Träger EJF-Lazarus am Dienstag mit.

«Wir wollen Jugendliche erreichen, die Schwierigkeiten in der Schule haben», sagte EJF-Lazarus-Jugendreferent Michael Piekara am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp. Damit seien aber nicht zwingend Schwänzer gemeint. Die Schule sei vor allem für zweisprachig aufwachsende Jugendliche aus arabischstämmigen Familien gedacht. «Ziel ist es, den Schülern die Möglichkeit eines Abschlusses mit Berufschancen zu bieten und gleichzeitig ihre Zweisprachigkeit als große Chance zu begreifen.' Daher biete das Internat auch Arabischunterricht «von hoher Qualität». Bei Bedarf solle es zudem Unterricht in weiteren Sprachen geben.

Der Besuch des Internats sei freiwillig, Eltern und Jugendliche müssten ihm zustimmen, sagte Piekara. Nur in Extremfällen seien Ausnahmen denkbar. Anmeldungen gebe es bisher nicht, Schulleitungen und Jugendämter in Neukölln hätten jedoch signalisiert, dass sie konkrete Jugendliche «im Auge hätten», die zum Besuch des Internats ermuntert werden sollten.

Nach den Worten Piekaras werden die Schulleistungen durch die Senatsbildungsverwaltung und den Bezirk Neukölln finanziert, während die Unterbringungskosten hauptsächlich vom Jugendamt getragen werden. Die Eltern würden entsprechend ihrer Einkommensverhältnisse und der gesetzlichen Regelungen beteiligt. Die Kosten für einen Platz im Internat lägen unterhalb der durchschnittlichen Heimsätze im Land Berlin.

Neuköllns Schulstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD) sagte der «B.Z.» (Dienstagausgabe), ähnliche Einrichtungen könnten 2010 auch in anderen Berliner Bezirken entstehen, sollte sich das Neuköllner Internat von EJF-Lazarus bewähren.

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