Potsdam (ddp-lbg). Die friedliche Revolution von 1989 und die Demokratie stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Kampagne von Kulturland Brandenburg. Die Veranstaltungsreihe stehe 2009 unter dem Motto «Freiheit. Gleichheit. Brandenburg. Demokratie und Demokratiebewegungen», sagte die Vorstandsvorsitzende der Vereins Kulturland Brandenburg, Brigitte Faber-Schmidt, am Mittwoch in Potsdam. Rund 40 Projekte setzten sich bei mehr als 300 Veranstaltungen mit dem Thema auseinander. Das Programm reiche von Ausstellungen über Konzerte, Lesungen und Kunstprojekte bis zu Filmvorführungen und Performances.

Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) betonte, Kulturland Brandenburg habe stets einen starken Bezug zu gesellschaftlichen Fragen. Für die diesjährige Kampagne seien rund 120 Projekte eingereicht worden, die nicht alle berücksichtigt werden konnten. Aus ihrer Sicht sei besonders die Beschäftigung mit der Demokratie von Bedeutung. Das Ministerium unterstütze die Kampagne in diesem Jahr mit 775 000 Euro.

Das Infrastrukturministerium stellt weitere 100 000 Euro bereit. Minister Reinhold Dellmann (SPD) unterstrich, die Demokratiebewegung vor 20 Jahren in der DDR sei auch entstanden, weil sich Menschen über die Stadtentwicklung Gedanken gemacht und beispielsweise gegen den Abriss von Gebäuden protestiert hätten. Bei der diesjährigen Kulturland-Kampagne realisiere die «Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen» das Projekt «Wendepunkte». Dabei werde an Orte erinnert, an denen 1989 Bürgerproteste stattfanden oder die Rettung historischer Bauten eingeleitet wurde.

An der Kulturland-Kampagne beteiligen sich unter anderem das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte sowie das Filmmuseum Potsdam, die Musikakademie Rheinsberg, der Initiativkreis Albert-Einstein-Haus in Caputh, das Filmfestival Cottbus und der Brandenburgische Verband Bildender Künstler.

Die Auftaktveranstaltung am 6. Mai findet nach den Worten von Faber-Schmidt an einem Ort statt, der während der deutschen Teilung die »widersinnige und teilweise bizarre Situation des Kalten Krieges auf kleinstem Raum« widerspiegelte. Die Heilandskirche Sacrow am Potsdamer Jungfernsee habe sich zwischen 1961 und 1989 im Niemandsland vor der Mauer befunden und sei nur von West-Berlin aus zu sehen gewesen. Heute sei die Kirche wieder in einen Park eingebunden. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) werde dort bei einem Festakt das Kulturland-Jahr eröffnen.

Zur Kampagne ist ein Begleitbuch erschienen. In dem Werk mit dem Titel »Bürgerland Brandenburg - Demokratie und Demokratiebewegungen zwischen Elbe und Oder« beschäftigen sich verschiedene Autoren mit dem Thema Demokratie. Zudem werden engagierte Brandenburger wie Superintendentin Heilgard Asmus, der Sprecher der Bürgerinitiative Freie Heide, Benedikt Schirge, oder Regisseur Volker Koepp porträtiert. Zahlreiche Fotos dokumentieren die friedliche Revolution von 1989 und die Situation in Brandenburg 20 Jahre danach.

Der Kulturland-Verein ruft seit 1998 ein Jahresthema aus und fördert entsprechende Projekte. Das Gesamtbudget für das Themenjahr 2009 beläuft sich auf knapp eine Million Euro. Im vergangenen Jahr stand die Kampagne unter dem Motto »Provinz und Metropole'. Dabei besuchten rund 350 000 Menschen die mehr als 300 Veranstaltungen.

(Quellen: alle vor Journalisten)

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