Berlin (ddp-bln). Der Berliner Zoo plant nach dem Sprung einer Frau ins Eisbärengehege auch weiterhin keine zusätzlichen Sicherungen an seinen Raubtieranlagen. Die 32-Jährige habe eine dreifache Sicherung überwunden und sei mutwillig in das Eisbärenbecken gesprungen, sagte Bärenkurator Heiner Klös am Dienstag. Die Frau war am Karfreitag in den Wassergraben der Eisbärenanlage gesprungen und anschließend von Tieren durch Bisse an Armen, Beinen, Rücken und Hüfte schwer verletzt worden.

Die Sicherheitsvorkehrungen an den Raubtieranlagen des Zoos würden den Vorschriften entsprechen, sagte Klös weiter. Niemand könne «einfach hineinfallen». Weitere Sicherheitsmaßnahmen lehne er ab, da Zoobesucher und vor allem Kinder «auch etwas sehen wollten», betonte der Bärenkurator. Menschen wüssten zudem normalerweise, welche Gefahr von Raubtieren ausgehe. «Ich dachte eigentlich, dass schon Kinder im Alter von sechs Jahren wüssten, dass Eisbären gefährliche Tiere sind», sagte Klös. Die Darstellung des Eisbären Knut in den Medien hätte diese Wahrnehmung nicht gemindert. Bereits als der Eisbär sieben Monate alt war, habe der Zoo deutlich gemacht, dass der Kontakt zu Pflegern nun wegen der Gefahr eingeschränkt werden müsse.

Nach Medienberichten hätten die Zoomitarbeiter nicht gezögert, auch Waffen einzusetzen, um die Frau aus dem Gehege zu retten. Schusswaffen mit Betäubungs- aber auch tödlicher Munition, die gegen die Raubtiere eingesetzt würden, seien im Notfall immer zur Hand, sagte Klös. Der Einsatz sei aber situationsabhängig. Die Betäubung eines Eisbären dauere rund fünf Minuten.

Die 32-jährige Frau aus Köpenick liegt nach Angaben einer Charité-Sprecherin weiter auf der Intensivstation, sei aber außer Lebensgefahr. Derweil ermittelt die Berliner Polizei wegen Hausfriedensbruchs gegen die Frau. Der Zoo hatte laut Polizei noch am Freitag Anzeige erstattet.

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