DJ XETRA-SCHLUSS/Leichter - Gewinnmitnahmen vor Zinssitzung FRANKFURT (Dow Jones) Der deutsche Aktienmarkt ist belastet von Gewinnmitnahmen leichter aus dem Montag gegangen. Der DAX verlor 0,7% oder 42 auf 5.904 Punkte. "Nach den Gewinnen der vergangenen beiden Wochen atmet der Markt durch, viele Anleger warten auf die US-Notenbank", sagte ein Händler. Der Umsatz sei sehr dünn gewesen und die rückläufigen Umsätze bei fallenden Kursen sprächen eher für ein baldiges Ende als einen Beginn der Abwärtsbewegung. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 85,8 (Freitag: 118,9) Mio Aktien im Wert von rund 2,27 (Vortag: 3,14) Mrd EUR. Marktteilnehmer sprachen mit Blick auf die Aktienmärkte von Orientierungs- oder Richtungslosigkeit. "Die Irritation ist enorm", so die Analysten von Sentix, die die Stimmung am Markt beobachten. Den Anlegern falle es schwer, sich für eine Richtung zu entscheiden, so das Haus für Sentiment-Analyse. Heino Ruland von Ruland Research meinte dazu, die Richtungslosigkeit könnte sich mit den Zahlen zum ersten Quartal auflösen. "Spannend wird sein, ob die Währungshüter den Kapitalmärkten abermals für eine ausgedehnten Zeitraum billiges Geld zusichern werden", so ein Händler mit Blick auf die Sitzung der US-Notenbank am Dienstag. Neue Konjunkturdaten brachten unterdessen keine weiterführenden Hinweise: Die US-Kapazitätsauslastung ist im Februar zwar etwas gestiegen auf 72,7%, lieferte damit aber laut Händlern kein Anlass für Zinserhöhungen: "Denn für breite Preisüberwälzungsspielräume ist die Auslastung immer noch zu schwach", so der Marktteilnehmer. Der Empire State Manufacturing Index für die wirtschaftliche Lage im Raum New York ist laut Händlern etwas besser ausgefallen als erwartet, Beschäftigungs- und Auftragskomponenten seien gut, hieß es. Nach der Notenbanksitzung in den USA dürfte sich der Markt dann auf die Terminbörsen konzentrieren, am Freitag verfallen dort Index-Futures, Index-Optionen und Optionen auf Einzelaktien. "Der März-Verfall stützt häufig die Kurse", gab sich ein Händler mit Blick auf Erfahrungen der Vergangenheit optimistisch. Aus technischer Sicht gilt der DAX um 5.880 und um 5.750 Punkte als unterstützt, einen Widerstand sehen technische Analysten an der 6.000er Marke. Auf der Verliererseite standen ausgewählte konjunkturabhängige Titel: Salzgitter fielen um 2,1% auf 66,84 EUR, für K+S ging es um 2,2% auf 45,33 EUR nach unten, Infineon gaben um 2,9% nach auf 4,31 EUR und MAN verloren 2,4% auf 56,36 EUR. Zu MAN verwiesen Händler auf Aussagen von Finanzvorstand Frank Lutz im "Handelsblatt", er stuft die Lage auf dem Markt für Nutzfahrzeuge als weiterhin schwierig ein. Deutsche Telekom wurden von negativen Analystenkommentaren belastet. Händlern zufolge haben die Analysten der Bank of America-Merrill Lynch die Aktie auf "Underperform" von "Neutral" gesenkt. Die Papiere der Telekom gaben um 0,8% auf 9,80 EUR nach. Am anderen Ende des DAX stiegen Metro um 0,8% auf 41,97 EUR; die Analysten von J.P. Morgan haben die Aktie auf "Overweight" von "Neutral" hochgestuft. Die als konjunkturunabhängig geltenden Pharmawerte FMC und Fresenius gewannen je 1,2%. Im MDAX gaben Klöckner & Co, Continental, Rheinmetall und Sky Deutschland, der Bezahlsender will sich die Möglichkeit einer weiteren Kapitalerhöhung genehmigen lassen, zwischen 3% und 4% ab. Für Stada ging es dagegen um 1,2% auf 28,66 EUR nach oben. Die Aktien profitieren laut Händlern vom Bieterwettkampf um Ratiopharm. Im Rahmen des Verkaufsprozesses stiegen auch die Bewertungskriterien für Stada, so ein Händler. Der MDAX fiel um 0,9%, der TecDAX um 0,8%. Hier verloren Smartrac nach Ausweis von Geschäftszahlen 2,9% auf 16,95 EUR. Die am Morgen berichteten Geschäftszahlen von Smartrac lagen zwar im Rahmen dessen, was Analysten erwartet hatten. Der Umsatzausblick auf das laufende Jahr mit 140 Mio bis 150 Mio EUR bleibe jedoch etwas hinter der Erwartung von 150 Mio EUR zurück, hieß es am Markt. News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist an Sky Deutschland derzeit mit 45,42% beteiligt. -Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29725 217, herbert.rude@dowjones.com DJG/hru/flf Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

(END) Dow Jones Newswires March 15, 2010 13:04 ET (17:04 GMT) Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.